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Die Werke der Heroen freudig studieren

In seinem programmatischen Vorwort zu „The Spirit of Romance“ (1910) hat der fünfundzwanzigjährig Ezra Pound unter anderem postuliert: „The study of literature is heroworship“, aber auch: „Art is a joyous thing“. Ich ermahne mich, wenn man das in diesem Zusammenhang sagen darf, regelmäßig dazu, Letzteres zu beherzigen und aus Pounds Selbstermunterungsformel auch für mich einen freudig unbefangenen Umgang mit sprachlichen Werken folgen zu lassen. Während ich gleichzeitig meinen Hang zur Heldenverehrung heroisch in die Schranken zu weisen bestrebt bin.

Im formenden Alltag

ANOTHER DAY

For Ezra P. and ALG

Ein Hubschrauber oder was es war
         holte mich kurz vor acht
aus dem Schlaf. Noch vor der Nacht das bestimmte Gefühl
ihrer platonisch-englischen Nähe;
fällt mir gerade noch ein. Ehe
ich ein weiteres Mal wieder völlig bei Sinnen
         und Verstand bin.

Schon im Heranradeln
von C. gegrüßt, erkannte ich
ihn doch erst, als er ab-
         stieg.

Und dann, wie
beinahe jeden Tag, erwäge ich,
auf den Gedankenstrich
         zu gehen, gibt es doch Freiinnen
genug, die für dreißig Euro
eine Woche lang neuro-
         trivial befriedigt zu werden
begehren.
         Alas:
"I haven't that kind of intelligence"
(Ezra P. to a friend
         in 1908).

Während ich an diesem Poem herumformte, las ich zum zweiten Mal den Anfang von Rudolf Sühnels Aufsatz über „Ezra Pounds ‚Hugh Selwyn Mauberley‘ und die Krise der europäischen Kultur“ (1986) oder besser beziehungsweise auch: Während ich zum zweiten Mal Rudolf Sühnels Aufsatz über „Ezra Pounds ‚Hugh Selwyn Mauberley‘ und die Krise der europäischen Kultur“ (1986) las, formte ich an diesem Poem herum.

Im dritten Abschnitt schreibt Sühnel, nachdem er G. B. Shaw mit den Worten „To be in hell ist to drift; to be in heaven is to steer“ zitiert hat: „Statt sich im formlosen Alltag treiben zu lassen, steuert der schöpferische Mensch sein Leben durch Tat oder Werk.“

Shaw wird die infernalischen Aspekte der alltäglichen Drift mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit aus eigener Erfahrung gekannt haben. Nahm mir daher vor, mir vorzunehmen, einen „Versuch über das scheinbar ziellose Sich-Treiben-Lassen als Teil des kreativen Prozesses“ zu schreiben.

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