Annäherung an Saturn – Pam Gregory und ChatGPT

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Pam Gregory (Astrologin)

„Saturn for example is associated with frustration, a sense of delay, fear, contraction, and feeling blocked by circumstances or authority figures. Eventually these feelings mellow into patience, maturity, responsibility, and a feeling of being ‘old before one’s time’. It has other associations, because of its archetypal meanings of structure and boundaries, with teeth, bones, fences and walls, lead, the father figure, ageing and time. Its meaning is to work hard and play by the rules and then we will reap our reward.“

Pam Gregory: You Don’t Really Believe in Astrology, Do You? How Astrology Can Reveal Profound Patterns in Your Life

GPT Chat (Artificial Astrologer)

„Saturn ist der wohl missverstandenste Planet der Astrologie. Kaum ein anderes Prinzip wird so rasch mit Angst, Mangel oder Strafe verbunden. Doch eine Annäherung an Saturn lohnt sich gerade deshalb: Hinter seiner spröden Oberfläche verbirgt sich eine tiefe, lebenspraktische Weisheit.

Astrologisch steht Saturn für Grenze, Form und Zeit. Er markiert jene Stellen im Horoskop, an denen das Leben „Nein“ sagt – zumindest zunächst. Dieses Nein ist jedoch kein endgültiges Urteil, sondern eine Einladung zur Reifung. Wo Saturn wirkt, genügt Talent allein nicht. Es braucht Geduld, Disziplin und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Saturn schenkt nichts leichtfertig, aber was er gewährt, ist dauerhaft.

In der Mythologie ist Saturn (Kronos) der Hüter der Zeit. Zeit im saturnischen Sinn ist nicht bloß Abfolge von Momenten, sondern Verdichtung von Erfahrung. Alles, was unter Saturn entsteht, reift langsam. Dafür besitzt es Substanz. Saturn trennt das Wesentliche vom Unwesentlichen, das Tragfähige vom Illusionären. Er zwingt zur Konzentration: Was trägt wirklich? Worauf kann ich bauen?

Psychologisch begegnet uns Saturn oft als innere Stimme der Kritik oder als Gefühl von Schwere. In jungen Jahren wird er leicht als Hemmung erlebt, später als Stütze. Viele erkennen erst rückblickend, dass gerade saturnische Phasen – Krisen, Verluste, Verzögerungen – jene waren, in denen Charakter, Haltung und innere Autorität entstanden sind. Saturn konfrontiert uns mit unserer Endlichkeit und macht uns dadurch ernsthaft lebendig.

In einer Zeit, die Schnelligkeit, Leichtigkeit und permanente Selbstoptimierung feiert, wirkt Saturn beinahe anachronistisch. Und doch ist er notwendiger denn je. Er erinnert daran, dass Sinn nicht im grenzenlosen Wachstum liegt, sondern in Maß, Verantwortung und Verbindlichkeit. Saturn fragt nicht: „Was willst du?“ sondern: „Wofür stehst du ein – auch wenn es Mühe kostet?“

Eine wirkliche Annäherung an Saturn bedeutet daher, ihn nicht zu fürchten, sondern als Lehrer zu erkennen. Wer seine Lektionen annimmt, gewinnt etwas Seltenes: innere Festigkeit. Und vielleicht ist das am Ende die größte Freiheit.“

LR am 11. Februar 2026 an ChatGPT: „Bitte einen kleinen Aufsatz über Saturn in der Astrologie, Titel: Annäherung an Saturn“

Passionsspiele – Roman in Briefen (Folge 2: Prolog)

Bild: KI (Gemini)

Prolog nach vierzig Jahren

Hallo Tobias!

„Dass Du mich vergessen hast, halte ich für ausgeschlossen!“ – Das war der erste Satz eines Briefs, den ich Dir am 10. November 1956, also vor ziemlich genau 43 Jahren, aus Aalen geschrieben habe. Du bist vor zweieinhalb Monaten 70 geworden, ich wurde schon am 3. März noch ein paar Jahre älter. Du hast mich nie gefragt, wie alt ich bin. Der Tag, an dem ich in den Fischen in Eltern bei Haselünne geboren worden bin, war der 3. März 1918. Meinen Geburtsort und -tag, mein Sternzeichen und sogar die Uhrzeit meiner Geburt (es war 3:30 Uhr) habe ich in meinen Briefen an Dich einmal erwähnt, nicht aber mein Geburtsjahr. Wenn Du die Reihenfolge der beiden letzten Ziffern umkehrst, weißt Du, wie alt ich jetzt bin, ohne dass Du rechnen musst. Hinschreiben mag ich es nicht, mir graut vor der Zahl und der unheimlichen Realität, die sich dahinter ziemlich unverborgen verbirgt. Wie konnte mir das nur passieren, frage ich mich jeden Tag.

Deine E-Mail-Adresse fand ich auf Deiner Homepage. Und die in wenigen Stunden anstehende Jahrtausendwende (wobei man sich darüber streiten kann, ob sie wirklich schon 1999 oder womöglich erst ein Jahr später stattfindet) nehme ich zum Anlass, nach vier Jahrzehnten wieder von mir lesen zu lassen.

Den letzten Brief, der Dich in Oberammergau möglicherweise noch erreicht hat, schrieb ich am 31. Dezember 1962. Jetzt also eine E-Mail, obwohl wir „Senioren“ (ich hasse das Wort) bestätigten Gerüchten zufolge mit dem PC nicht besonders gut zurechtkommen können sollen. Noch so ein Pauschalurteil, mit dem uns die Jüngeren klein und in Abhängigkeit halten wollen.

Kennst Du den Film „Harold and Maud“? Er war Mitte der 70er Jahre in Deutschland einer der ersten „Kultfilme“. Harold, ein nekrophiler Zwanzigjähriger, pflegt eine amouröse Beziehung zu der gerade mal 79 Lenze zählenden Maude, wobei es in dem Film, anders als damals bei Dir und mir, so gut wie gar nicht um Sex geht. Der Kino-Renner hat angeblich Vorurteile über das, was im sogenannten Alter geht oder nicht geht, „aufgebrochen“. Ich habe das diesbezügliche Kulturseiten-Geschwätz ja schon vor fünfundzwanzig Jahren nicht geglaubt. Gott sei Dank ist mein Sohn Alexander, den Du als Sechzehnjährigen bei uns in Aalen kennengelernt hast, nicht auch so ein Pseudo-Fürsorglicher, der Vater und Mutter ehrt, indem er sie beizeiten aufräumt, sprich: so lange auf sie einredet, bis sie sich von ihm „freiwillig“ in ein „Seniorenheim“ oder (sofern genügend Geld vorhanden ist) eine „Seniorenresidenz“ einweisen lassen. Einigen meiner beiden Freundinnen ist es so ergangen. Aber lassen wir das, bevor ich noch anfange, Dir von meinen Knie-, Kreuz- und Zahnschmerzen zu berichten.

Ständig Probleme mit den Zähnen hattest Du ja schon mit siebenundzwanzig. Ich weiß noch, wie eines unserer intimen Rendezvous beinahe einer noch nicht abgeschlossenen Wurzelbehandlung zum Opfer gefallen wäre. „Mein Stecher hat stechende Zahnschmerzen“, habe ich zum Hotelportier gesagt. „Dann wünsche ich eine gute Besserung“, hat er geantwortet, ohne dabei eine Miene zu verziehen. Wahrscheinlich dachte er schon an die zehn Mark Trinkgeld (damals nicht gerade wenig), die er bei meiner Abreise wieder bekommen würde. „Unanständige“ Formulierungen wie diese fand ich witzig und kann ihnen auch heute noch etwas abgewinnen. Mit einem Dutzend Spalttabletten ging die Sache mit dem Stechen und Gestochenwerden dann aber doch besser als erwartet.

Natürlich hatte mir auch schon vor meiner unbedachten Bemerkung gegenüber dem Portier niemand in diesem Hotel in Garmisch-Partenkirchen abgenommen, dass Du tatsächlich der in Oberammergau lebende Sohn meiner älteren Schwester bist, den ich alle paar Wochen besuche, um mir von ihm die kunsthistorisch interessanten Orte der Umgebung zeigen zu lassen. „Ich schreibe nämlich ein Buch über den Hochbarock im Ammergau“, habe ich behauptet, „und es ist besser, wenn man uns dort, wo er lebt und arbeitet, nicht regelmäßig zusammen sieht. Sie wissen ja, wie die Leute auf dem Land sind. Dass ich nur seine Tante und nicht seine heimliche Geliebte bin, glaubt uns in Oberammergau kein Mensch.“ Im zweiten Jahr unserer regelmäßigen Hotelaufenthalte hat mich der Empfangschef perfiderweise einmal gefragt, wann mein Buch denn nun erscheinen werde, er würde sich gerne ein Exemplar kaufen und von mir signieren lassen.

Unsere heimlichen Treffen waren damals für mich unheimlich wichtig. Ich habe mit Dir nie darüber gesprochen und will auch jetzt nicht ins Detail gehen. Ich sage nur: Wod- und Psychopharmaka. Die Affäre mit Dir, die für mich keine Affäre, sondern (heute kann ich es Dir ja gestehen) eine Liebesbeziehung gewesen ist, bewahrte mich fünf Jahre lang vor dem Absturz ins Bodenlose. Berthold wusste im Grunde Bescheid, aber offen darüber gesprochen haben wir nie. Er hatte seine Geheimnisse und ich hatte meine. Das Arrangement funktionierte gut, solange wir nicht darüber sprachen. Heute müssen immer „Vereinbarungen“ getroffen werden. Wir hatten auch eine Vereinbarung, aber eine unausgesprochene.

Ich erfand teilweise abenteuerliche Geschichten, die erklären sollten, warum ich am kommenden Wochenende mal wieder für zwei Nächte nicht da sein würde. Berthold hörte mir aufmerksam zu und tat so, als würde er mir glauben, dass ich mit einer Freundin nach Bad Tölz fahre, um deren Tochter aus erster Ehe nach einem Reitunfall im Krankenhaus zu besuchen. Nach und nach wurden die Plots meiner Drehbücher immer komplizierter und Bertholds Zwischenfragen immer spitzfindiger. Wir hatten wohl beide unseren Spaß an den Lügenmärchen, die ich ihm spätestens am Mittwochabend auftischte, wenn ich am Freitag zu Dir in den Ammergau fahren wollte. Er hatte dann noch ein oder zwei Tage Zeit, um eigene Wochenendtermine zu vereinbaren.

Auf Deiner Homepage habe ich gelesen, dass Du im Herbst 1962 die Meisterprüfung abgelegt und im darauffolgenden April in Karlsruhe ein eigenes Geschäft eröffnet hast. Unser letztes Tête-à-tête hatten wir im September davor. Beim Abschied hast Du mich dann mit der Mitteilung überrascht, dass wir unsere ehebrecherische Affäre, wie Du es nanntest, beenden müssten. Antonia habe nun doch noch Verdacht geschöpft und außerdem müsstest Du Dich auf die Arbeit an Deinem Meisterstück, einem Christopherus mit Christuskind, konzentrieren. Mit einem „Mach’s gut, Dorothea“ bist Du in Oberammergau aus dem Auto ausgestiegen und hast mich einfach so darin sitzen lassen. Ein paar Minuten lang war ich sprach- und fassungslos. Dann habe ich „mach’s besser, Tobias“ gemurmelt, habe den Motor gestartet und bin davongefahren. Dass ich heil nach Aalen zurückgekommen bin, grenzt an ein Wunder. Mit Berthold habe ich danach eine Woche lang kein Wort gesprochen. Er machte sich ernstlich Sorgen um mich.

Wie Du weißt, habe ich Dir, nachdem Du unsere Garmisch-Partenkirchener Passionsspiele für beendet erklärt hattest, nicht mehr geschrieben. Erst am 31. Dezember desselben Jahres habe ich noch einmal einen Brief an Dich abgeschickt. Da ich wie immer keinen Absender angab, weiß ich nicht, ob er Dich noch erreicht hat. Von Berthold erfuhr ich im Januar 1963, dass er von Deiner Mutter, seiner „alten Freundin Klara Trost“, erfahren habe, dass Du wieder in Karlsruhe bei Deiner Familie bist.

Wenn Du Lust hast, schreib mir mal. Schreiblust meine ich. Ob es Dich mit Deinen 70 Jahren noch nach Sex gelüstet, weiß ich nicht. Aber wenn, dann bestimmt nur mit einer, die mindestens elf Jahre jünger ist als Du und nicht, wie ich, elf Jahre und viereinhalb Monate älter.

Eingangs habe ich geschrieben, dass es die angeblich oder tatsächlich herannahende Jahrtausendwende gewesen sei, die mich veranlasst hat, Dir diese E-Mail zu schreiben. Der wahre Auslöser war aber, dass ich vorhin bei der Durchsicht meiner Plattensammlung auf einen alten Song von Leo Sayer gestoßen bin, vielleicht kennst Du ihn: „I Can’t Stop Loving You (Though I Try)“!

Dorothea!

P. S.: Der Titel auf der B-Seite der Single heißt „No Looking Back“.

Folge 3 (demnächst in diesem Theater)

Auf dem Weg zum Bahnhof

Bild: KI (Grok)

Auf dem Weg zum Bahnhof wackelte unlängst vor mir so ein göttliches kleines Menschlein einher. Es bewegte sich tendenziell in dieselbe Richtung wie ich. Denn so etwas wie Richtung scheint es zunächst bei allem Eifer des anfänglichen Strebens nur als vage Orientierung zu geben. Hinter ihm schritt achtsam lenkend eine andere Mama Maia. Noch so ein Hermes, dachte ich, als ich das Blut von seinen, des Menschleins Händen tropfen sah. Wo mag er seine Lyra gelassen haben? Hat er sie schon an seinen großen, wenn auch nur halben Bruder Apollon als musisches Entgelt für die getöteten Rinder überwiesen? Von denen weit und breit nichts zu sehen war. Nur zwei Bullen in einem Streifenwagen fuhren vorbei. Uns entgegen eilte Papa Zeus, den Blick stur geradeaus gerichtet. Für dieses Mal hatte er sich in einen Hochgeschwindigkeits-Biker in voller Straßenkampf-Montur verwandelt. Gehweg hieß für ihn nur: geh weg! Und er kannte weder Hermes noch Maia. Erkennen wollte er heute einzig Persephone, seine und seiner Schwester Demeter Tochter.

Aus: Lothar Rumold: „Mythenlese – Ein mythographisches Sammelsurium“
weitere Leseproben hier

Coming soon: Full Moon

Bild: KI (Grok)

Vollmond ist, wenn sich – selenozentrisch gesehen – die Erde zwischen Sonne und Mond schiebt und geometrisch gesprochen ein Zustand erreicht ist, bei dem das vom Erdmittelpunkt auf die Verbindungslinie zwischen Mond- und Sonnenmittelpunkt gefällte Lot seine minimale Länge annimmt (bei einer Mondfinsternis gleich Null). Ich gebe zu, dass mir bei der Formulierung dieses seltsamen Satzes ChatGPT ein wenig beim Glätten geholfen hat – meine ursprüngliche Fassung war zwar inhaltlich korrekt, aber even more strange and incomprehensible. Der nächste Vollmond (im Sinne von „minimale Lot-Länge“) ist übrigens in zwei Tagen, nämlich am 1. Februar 2026 um 23:10 Uhr.

Sonne und Mond stehen bei Vollmond in Opposition

Die seit jeher astronomisch informierten Astrologen sprechen als genuine Ptolemäer und Geozentriker in formaler Hinsicht davon, dass bei Vollmond Mond und Sonne in Opposition, das heißt in einem 180-Grad-Winkel zueinander stehen, während ansonsten der messbare Winkel zwischen den Geraden durch Mond- und Sonnenmittelpunkt (mit dem Erdzentrum als Scheitelpunkt) irgendwo zwischen 0 und 360 Grad liegt.

Der Vollmond als Höhe-, End- und Wendepunkt

Inhaltlich sieht die Astrologie den Vollmond als Höhe- und Endpunkt einer Entwicklungs- und Reifephase, wobei eine Sache auch reif im Sinne von reif für die Tonne oder den Abbruch (wovon auch immer) sein kann. Man erntet das, was man (bewusst oder unbewusst) gesät hat. Schon für die Annäherungsphase, in der wir uns jetzt (zwei Tage vor der Vollmond-Wende) befinden, gilt nach Dane Rudhyar: „As we come closer to the full moon the indications of personal maturity and enlightenment become stronger. With such a lunation birthday an individual should reach some kind of fulfillment, objective understanding or illumination“, was, wie schon gesagt, anlässlich eines konkreten Vollmond-Ereignisses auch heißen kann: mir ist jetzt klar geworden, dass es so nicht weitergehen kann. So gesehen kulminiert Rainer Maria Rilkes Gedicht über den steinernen Torso Apollos in einem existenziellen Vollmond-Moment, wenn es zuletzt heißt: „denn da ist keine Stelle, / die dich nicht sieht. Du mußt dein Leben ändern.“

Dane Rudhyar über den Vollmond

Wie an anderer Stelle bereits erwähnt, hat sich Dane Rudhyar in seinem Buch über den Mondzyklus ausführlich und tiefgreifend über die Mondphasen geäußert. Zum Vollmond schreibt er unter anderem:

Die Periode nach dem Vollmond „offenbart entweder den Höhepunkt einer Beziehung oder deren Unmöglichkeit, sie fortzuführen. Im ersten Fall setzt dies den Prozess der Entfaltung der Früchte der Beziehung in Gang. Die dynamische ‚Stimmung‘ des Neumonds wird bei Vollmond zu einem konkreten ‚Bild‘, einer symbolischen Vision im Licht. Der Kontrast zwischen lunaren und solaren Faktoren wird als ‚Chiaroscuro‚ wahrgenommen, welches die Form verstärkt – denn die Wahrnehmung von Form impliziert einen Gegensatz von Licht und Schatten, von Schwarz und Weiß. Die Form, die sich in einem Moment klarer Wahrnehmung in der Vollmondphase eines jeden Beziehungszyklus offenbart, gibt ihre Bedeutung (oder Symbolik) allmählich preis, während das Mondlicht abnimmt.“

Wie man sieht, ist der Vollmond als solcher inhaltlich nicht zu fassen ohne Bezugnahme auf die Phasen davor und danach. Für die Astrologie ist der Mond kein qualitativ und quantitativ bestimmbares Objekt im Raum, sondern ein in Zyklen verlaufender Prozess ad infinitum, wobei die Phasen der einzelnen Zyklen weder deutlich gegeneinander abgegrenzt, noch ohne Berücksichtigung des Phasen-Kontexts beschrieben werden können (um vom möglichen Kontext der Planetenstellungen und Hauspositionen nicht zu reden). Folglich ist ein Abbruch des Gedankengangs an dieser Stelle aus zeitökonomischen und anderen Gründen ebenso unvermeidlich wie inhaltlich unbefriedigend.

Dane Rudhyar: The Lunation Cycle – A Key to the Understanding of Personality (1967)

29. Januar 1802 – Seume in Udine

Von © Foto H.-P.Haack (H.-P.Haack) – Antiquariat Dr. Haack Leipzig → Privatbesitz., CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3879357

39. Geburtstag in Udine

„In Udine feyerte ich den neun und zwanzigsten Januar meinen Geburtstag, und höre wie. Ich hatte mir natürlich den Tag vorher schon vorgenommen, ihn recht stattlich zu begehen, und also vor allen Dingen hier Ruhetag zu halten. Der Name Udine klang mir so schön, war mir aus der Künstlergeschichte bekannt, und war überdieſs der Geburtsort unserer braven Grassi in Dresden und Wien. Die groſse feyerlich tönende Abendglocke verkündigte mir in der dunkeln Ferne, denn es war schon Nacht als ich ankam, eine ansehnliche Stadt. Vor Campo Formido war ich im Dunkeln vorbey gegangen. Am Thore zu Udine stand eine östreichische Wache, die mich examinierte. Ich bat um einen Grenadier, der mich in ein gutes Wirthshaus bringen sollte. Gewährt. Aber ein gutes Wirthshaus war nicht zu finden. Ueberall wo ich hinein trat, saſsen, standen und lagen eine Menge gemeiner Kerle bacchantisch vor ungeheuer groſsen Weinfässern, als ob sie mit Bürger bey Ja und Nein vor dem Zapfen sterben wollten. Es kam mir vor, als ob Bürger hier seine Uebersetzung gemacht haben müsse; denn der lateinische Text des alten englischen Bischofs hat dieses Bild nicht. In dem ersten und zweyten dieser Häuser hatte ich nicht Lust zu bleiben; im dritten wollte man mich nicht behalten.“

J. G. Seume: Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802

Wochen zuvor

„Du weiſst, daſs Schreibseligkeit eben nicht meine Erbsünde ist, und wirst mir auch Deiner selbst wegen sehr gern verzeihen, wenn ich Dir eher zu wenig als zu viel erzähle. Wenn ich recht viel hätte schreiben wollen, hätte ich eben so gut zu Hause in meinem Polstersessel bleiben können. Nimm also mit Fragmenten vorlieb, aus denen am Ende doch unser ganzes Leben besteht.“

J. G. Seume: Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802

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