Es wäre schon eine eigenartige Paradoxie und Ironie des Schicksals, wenn ich jetzt, wo mir erstmals (und noch dazu im eigenen Haus im wendländischen Lomitz) ein Raum zur Verfügung steht, der wie kein anderer dafür geeignet ist, mir (und gerade mir) als Holzbildhauer-Werkstatt zu dienen, die Holzbildhauerei an den Nagel hängen würde (was ich immer mal wieder in Erwägung gezogen habe).

Als ich Anfang der 1990er Jahre als Holzbildhauer anfing, übernahm ich die Werkstatt meines Vaters, die zu groß, zu väterlich besetzt und zu teuer war. Die angemieteten Räume, die ich in den Jahren danach an vier verschiedenen Standorten in Karlsruhe und Umgebung „Werkstatt“ oder „Atelier“ nannte, waren entweder zu sehr Wohnung, zu sehr Garage, zu sehr Versicherungsbüro oder zu warm im Sommer und zu kalt im Winter.

Dass ich seit einem Jahr in den Siebzigern bin, ist kein Grund, das Werkstatt-Angebot, das mir die Höheren Mächte offenbar gemacht haben, auszuschlagen. Im Gegenteil: je älter ich werde, desto passender kommt mir die Berufsbezeichnung „Holzbildhauer“ für mich vor.
