Mein Selbstgespräch auf Telegram mit eine paar diskret Zu- und einer Reihe von Weghörenden hat etwas im nicht-schläfrigen Sinn Beschauliches zwischen kritischer Reflexion und Nabelschau. Würde ich Ähnliches auf X machen, käme ich mir bescheuert vor. Denn das wäre so, als würde man an einer Autobahn stehend moderne Gedichte rezitieren. Bei Instagram ist es quasi umgekehrt: da wäre ich jemand, der seine Hosentaschen umstülpt vor einem Publikum, das goldene Uhren und schön geformte Muscheln erwartet, aber nicht zerknüllte Papiertaschentücher und verklebte Kopfhörerstöpsel. Warum für das meiste in der hier, also auf Telegram, vorliegenden Form YouTube nicht infrage kommt, ist eh klar. Die Gefahr dabei ist (ich bin jetzt gedanklich wieder am Anfang des Beitrags), dass ich wie früher nach dem dritten Bier allzu sehr ins Plaudern komme und aus dem Selbstgespräch ein Selbstgespräch im Selbstgespräch wird. Na und wenn schon? Prosit.

„Mit ironischen Schlenkern erzählt Lothar Rumold von den Mythen um die griechische Götter- und Heldenwelt. Er erzählt sie nicht nach, er spielt mit ihnen, bringt sie manchmal sacht, manchmal mit einem Ruck in die Moderne.“ (Georg Patzer, Badisches Tagblatt)
