„Never complain, never explain“, Ausnahmen bestätigen die Regel. Daher erlaube ich mir ausnahmsweise (ich tendiere immer mehr dazu, über meine „Kunst“ immer weniger zu sagen) ein paar erklärende Sätze zu meinen neuen YouTube-Shorts.
     Offensichtlich handelt es sich bei ihnen nicht um Meisterwerke, ja nicht einmal um Gesellenstücke, sondern allenfalls um Probearbeiten, um Versuche beziehungsweise um die zweifelhaften (sprich: mit Zweifeln behafteten) vorläufigen Ergebnisse meiner Suche nach neuen Wegen und Möglichkeiten. Der Versuchung, sie den Augen und Ohren der Öffentlichkeit preiszugeben, konnte und wollte ich nicht widerstehen, vielleicht eine Déformation professionelle, die ich mit vielen Künstlern teile, und die mit Professionalität wenig, mit meiner (wenn man es nicht so genau nimmt) Sonne-Venus-Mars-Konjunktion im zehnten Haus dafür um so mehr zu tun hat, wobei ich wenigstens nicht auch noch Löwe, sondern Gott sei Dank Jungfrau (also eigentlich Perfektionist) bin. Die leicht erkennbaren Mängel meiner Erzeugnisse will ich nicht leugnen, sondern studieren, um es beim nächsten Mal (denn der eingeschlagene Weg scheint mir kein Holzweg zu sein) vielleicht etwas besser zu machen.
     Zur visuellen Komponente der Videos vorläufig nur dies: Wenn man, wie ich derzeit, ausschließlich digital arbeitet, dann bietet es sich nach dem Vom-Hölzchen-aufs-Stöckchen-Prinzip an, mit den sich aus dem Arbeitsprozess ergebenden Möglichkeiten in einem benachbarten Genre spielerisch weiter zu jonglieren. Und der akustischen Komponente wäre vor allem dieser Disclaimer hinzuzufügen: BEI DEM, WAS SIE HIER HÖREN, HANDELT ES SICH NICHT UM MUSIK, SONDERN UM EINE ART GERÄUSCHKULISSE – THANK YOU FOR YOUR ATTENTION TO THIS MATTER.

Der Musikologe, Dirigent, Rundfunker (BR) und ich weiß nicht, was noch alles, Christoph Schlüren hat in einem seiner letzten Videos durchaus jungfräulich fein zwischen freier Tonalität, erweiterter Tonalität, Mikrotonalität, Atonalität, modaler Tonalität und Dur-Moll-Tonalität (habe ich was vergessen?) unterschieden. Die Begleit-„Musik“ zu meinen Shorts wäre, wenn man hier versuchsweise oder besser: spaßeshalber doch von Musik sprechen wollte, als schlecht ausgerüsteter Stoßtrupp (ich verkneife mir die Verwendung des Avantgarde-Begriffs) bei der Eroberung des freitonalen Raums zu bezeichnen.

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