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Das Schöne zwischen den Gleisen

Vorhin beim Überqueren der Straße die vielen satten Grün- und dazwischen die wenigen Brauntöne des dichten Pflanzenteppichs zwischen den Straßenbahnschienen. Ist das schon Malerei? Karl Philipp Moritz, eine Art „jüngerer Bruder“ Goethes, „vom Schicksal verwahrlost und beschädigt“, wie dieser ihn sah, hat in seiner ästhetischen Schrift „Über die bildende Nachahmung des Schönen“ gefordert, man solle der Natur nachahmen, also wie diese von innen her schaffen, anstatt sie ohne inneren Bezug zum Objekt von Kopierübungen zu machen. Auch wo sich das Schöne zwischen den Gleisen zeigt, dürfte es also von einem Bildner auf den Spuren von Goethes jüngerem Bruder nicht einfach nur mechanisch abgemalt oder gar abfotografiert werden.

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