Am Ende dieser drei Wochen im Wendland stehe ich wieder am Anfang, stelle ich mir wieder die Frage: Was will ich eigentlich wirklich? Und nach ein paar Teileingeständnissen (dieses Buch interessiert mich nicht die Bohne, jene Grübelei langweilt mich) gebe ich einmal mehr zu, dass es mir im Grunde nur um meinen Spaß an meiner Freude geht. Bis ans Ende meiner Tage Lebensfreude kultivieren und also gute Laune haben oder wenigstens, was beinahe dasselbe ist, comme il faut so tun können, als ob ich sie hätte. „Und was deines Amts nicht ist, da laß deinen Vorwitz; denn dir ist schon mehr befohlen, als du kannst ausrichten“, heißt es im Buch Jesus Sirach (3,25). Die Welt oder auch „nur“ Deutschland retten ist ebenso wenig meines Amts wie den Stein der Weisen finden oder ein kluges Buch über die Suche danach schreiben. Jedesmal, wenn ich gedanklich nach einer lohnenden Aufgabe von überindividueller Relevanz suche, endet diese Suche in Resignation und einem Anflug von Depression. Denn das ist offenbar nicht meines Amts. Was aber ist mir dann befohlen, ohne dass ich es vollständig ausrichten könnte? Arbeitshypothese: Es mir und denen in meinem Einflussbereich möglichst gut gehen lassen, wozu, darauf kommt der Siracide immer wieder zurück, eher zuerst als last not least das Geben, auch das von Almosen, gehört. Froh zu sein bedarf es angeblich wenig. Vielleicht ist es wirklich einfacher als es einem Menschen, „der von der Mühe lebt“ und daher vor lauter Arbeit (und sei es „nur“ an einem Begriff von sich selbst) nicht zum Genießen kommt (Goethe in einem Brief aus Rom am 12.9.1787), vorkommt. (Die Satzklammer schließen, bevor der Satz zu Ende ist, kommt nicht oder nur in seltenen Ausnahmefällen infrage.)

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