Auf meiner Startseite behaupte ich, unter anderem auf dem oder einem Holz-Weg zu sein. Was ein Weg ist, setze ich, obwohl auch dazu manches zu sagen wäre (doch wozu wäre nicht manches zu sagen), als bekannt voraus. Aber was versteht man eigentlich unter “Holz”?

Der schweizerische Chemiker und Holzforscher Hans Heinrich Bosshard (1925-1996) bekennt sich im dritten Band seiner dreibändigen Holzkunde (1975, 1984) recht abstrakt zu der “grundlegenden Vorstellung, dass natives Holz ein morphologischer Ausdruck von Energie ist, der in der Konvertierung zum Holzmaterial in seinen hauptsächlichen Teilen erhalten bleibt.” (S. 115)

Als ein “bis ins Feinste durchstrukturierter Stoff” ist das Holzmaterial als “morphologischer Ausdruck von Energie” zugleich eine Welt für oder in sich. In Band 2 der Holzkunde erfährt man dazu Genaueres: “Das Holz ist ein poröser Mischkörper mit Mikroporen von der Grössenordnung von 1 µm [0,001 mm] bis 500 µm; es ist vorwiegend aufgebaut aus Zellulose, Hemizellulose und Lignin, mit Pektin in den Mittellamellen und pigmentierten oder farblosen Kernstoffen als Inkrusten in den Zellwänden der Kernholzpartien. Die Zellwände selbst sind durchsetzt von einem weitverzweigten Porensystem, das Kapillaren von der Grössenordnung von 1 nm [0,001 µm] bis 10 nm einschliesst.” (S. 206f.)

Und weiter: “Diese strukturellen Feinheiten bedingen eine enorm grosse innere Oberfläche, die nach F. F. P. KOLLMANN und W. A. CÔTÉ jr. (1968) für Zellulose mit 6 x 106 cm²/cm³ angegeben wird.” Anders gesagt: in einem Würfel Holz mit einer Kantenlänge von knapp 2,3 cm verbirgt sich nach Kollmann und Côté jr. ein ganzes Fußballfeld (105 x 68 m).