Ratlosigkeit

Das, was man Ratlosigkeit nennt, ist unter den Bedingungen der Möglichkeit der publikatorischen Aktivität eine eher kontraproduktive. Der österreichische Philosoph Peter Strasser schreibt über sie: das „Gewärtigsein“ sei „am Ende die Stimmung der Ratlosigkeit“, wobei (vermutlich absichtsvoll) unklar bleibt, ob „Stimmung“ auf „Gewärtigsein“ oder auf „Ratlosigkeit“ (oder auf beides) zu beziehen ist. Unter „Gewärtigsein“ verstehe ich den psychophysischen Modus des Auf-alles-gefasst-Seins und des Beinahe-alles-für-möglich-Haltens. Fernöstliche Kampftechnik fällt mir dazu ein. Zugleich hält Strasser sie, die Ratlosigkeit, für potentiell tröstlich – sie werde „zum Seelentrost in der entseelten Welt“. Und gibt zu, dass ihm sein eigenes Diktum weitgehend dunkel bleibt. Gegen Trostlosig- und Untröstlichkeit gefeit ist und bleibt, wer auch das vermeintlich Unmögliche für möglich hält. So oder so ähnlich. Zen und die Kunst des Trostfindens in der alles gewärtigenden Ratlosigkeit.