Dermatologischer Aspekt

22. April 2020
Wo Haut war, sollte Holz werden, hier im Bereich von Daphnes linkem Handgelenk.

Daphnes Lignifizierung interessiert möglicherweise, wie hier schon erwähnt, nicht nur den Psychologen und die Psychotherapeutin als Fall von Andro- oder Apollophobie, sondern auch der Dermatologe hätte an Daphnes Beispiel studieren können, wie innerhalb kürzester Zeit aus dem, was man gemeinhin Haut nennt, Cellulose und letztlich Lignocellulose wurde.

Ein möglicher Titel dieser Arbeit wäre also „Daphnes Verholzung“.

Macht Corona in den Augen nicht weniger Frauen jeden Mann zu einem anderen Apoll?

9. April 2020

Als ich das erste Mal darüber nachdachte (angeregt von einer schon etwas älteren Skizze, siehe hier), in Anspielung auf die Geschichte von Apollon und Daphne eine „Lorbeer-Hand“ (jeweils pars pro toto) Gestalt werden zu lassen, war Corona noch kein Thema. Gab es tatsächlich ein Leben vor Corona? Ja, das gab es. Und wenn man der Kanzlerin glauben darf, wird es auch eines nach Corona geben. Eines Tages. Irgendwann einmal. Jedenfalls für die Nachgeborenen.

Dass bei meiner Wand-Skulptur ein Lorbeer-Kronen-Kranz eine der beiden Hauptrollen spielt, ist also purer Zufall. Genauso wie der Umstand, dass es sich bei der zweiten Hauptfigur um ein androphobes Flucht-Wesen handelt. Andro- trifft Virophobie, das erlebe ich in diesen Tagen beinahe täglich. So auch heute beim Einkaufen – zwei junge Nymphen (wahrscheinlich ein Pleonasmus) biegen um die Ecke und erstarren: Oh Flussgott, ein Mensch! Und dann auch noch ein Mann! Peneios hilf! Plötzlich scheinen die längst vergangenen Zeiten, in denen ich wenigstens entfernt Apollon ähnelte, wieder ganz nah zu sein.