Für Zurückhaltung in den Bildtiteln

In einem Brief vom 15. Oktober 1907 erzählt Rilke seiner Frau Clara von einer Wiederbegegnung mit Zeichnungen von Auguste Rodin. Aber einige in der Sammlung kannte er noch nicht. Es waren kolorierte Zeichnungen von Tänzerinnen, die ihn, wie er schreibt, an Herbariumblätter erinnerten: „Natürlich las ich, bald nachdem ichs gedacht hatte, in seiner glücklichen Schrift irgendwo: ‚Fleurs Humaines‘: Fast schade, daß er nicht uns überläßt, so weit zu denken: es liegt ja auf der Hand.“ Wir notieren uns: In den Bildtiteln keine möglicherweise unerwünschte (da die Weiterdenk-Fähigkeit des Betrachters infrage stellende) Assoziationshilfestellung leisten.