25. März 2017

Bei den TV-Sendern ist man nun dazu übergegangen, die Film-Serien zu „staffeln“ und die mit Nummern versehenen Einzelfilme der gleichfalls durchnummerierten Staffeln ein wenig affektiert „Episoden“ zu nennen. Und auch wenn der Tatort noch nicht gestaffelt daherkommt, erfährt man neuerdings, die wievielte Episode das Publikum am Sonntag oder wann auch immer erwartet. Sollte ich nun als einer, der sich gerne Werk-Serien ausdenkt, diese gleichfalls in Staffeln und Episoden gliedern? Statt mich mit der Angabe des Werk- und Serientitels zu begnügen? Also etwa: „Weibs-Bilder“ – Staffel 3, Episode 4? Das habe ich nämlich vor: eine Serie von „Weibs-“ und „Manns-Bildern“ zu präsentieren. Bei den Weibs-Bilder müsste ich dann ja eigentlich mit einer Variante der Venus von Willendorf den Anfang machen. Sie ist das Ur-Weib schlechthin, an die 30.000 Jahre alt, 11 cm klein und in unseren Tagen als Typus wieder sehr gefragt – oder doch wenigstens relativ stark vertreten.

23. März 2017

Warum nenne ich den World-Wide-Web-Ort, an dem ich mich mental oute (also entinnerliche), „Eklektolog“? Hat das etwas mit Ekel oder gar mit Eklat zu tun? Keineswegs – das von mir ge- oder erfundene Wort kommt von „eklektisch“ oder „eklektizistisch“, was ich mit „zusammengeklaubt“ oder „bunt gemischt“ übersetzen möchte. Ein Eklektolog wäre demnach eine zusammenhanglose Rede über dies und das, ein fortlaufendes Gerede, das den sogenannten roten Faden vermissen lässt, indem es heute vom Hölzchen, morgen vom Stölzchen und tags darauf vom Stöckchen spricht, ein sprachliches Sich-Äußern, das weder inhaltlich noch formal noch stilistisch einheitlich ist beziehungsweise sein will. Darum also „Eklektolog“. Einen gewissen oder ungewissen thematischen Zusammenhang (genauer gesagt: thematisch-inhaltliche Teil-Zusammenhänge) versuche ich von hier und jetzt an über das Register am rechten Rand herzustellen. Auch, damit ich mich selbst besser zurechtfinden werde in dem, was ich einmal von mir gegeben habe, sollte ich je das Bedürfnis verspüren, mir auf die Spur zu kommen.

22. März 2017

Ich wäre auch gerne Lexikograph geworden, schon weil sich das gut anhört. „Und was machen Sie beruflich?“ – „Ich bin Lexikograph.“ Das hat was. In Heidelberg kannte ich einen Lexikologen, der in einem wissenschaftlichen Aufsatz beschrieben hat, aus welchen Bestandteilen sich ein Lexikon- oder auch Wörterbuch-Eintrag zusammensetzt bzw. zusammensetzen sollte. Dann reiste er nach China und zeigte den Chinesen, „wie man sowas macht“, wie er sagte. Er arbeitete mit ihnen auch am Sonntag und sie ernährten sich gesund. Heute sind die Chinesen im Begriff, die Weltmacht Nummer eins zu werden. „Und was machen Sie beruflich?“ – „Ich bin Holzbildhauer.“ Klingt immer noch besser als „Ich bin Künstler“.