Ein Zeichen von Lebensfähigkeit

Begann heute, Salvador Dalis Bekenntnisse eines polymorph-perversen Verwandlungskünstlers zu lesen. Sie erschienen zuerst 1942 in den USA unter dem Titel „The Secret Life of Salvador Dali“.  Der Verfasser gibt von Anfang an alles zu; Moralisten auf der Suche nach ihn belastenden Indizien und Beweisen empfängt er mit offenen Armen: „Ich sollte der Prototyp par excellence des phänomenal zurückgebliebenen ‚Polymorph-Perversen‘ werden, der sich alle Erinnerungen an die erogenen Paradiese des Säuglings fast ganz bewahrt hat: Mit grenzenloser, egoistischer Gier griff ich nach der Lust, und beim geringsten Anlaß wurde ich gefährlich. Eines Abends kratzte ich meinem Kindermädchen mit einer Sicherheitsnadel brutal in die Wange, obwohl ich sie liebte, – bloß weil der Laden, zu dem sie mich mitnahm, um Zuckerzwiebeln zu kaufen, um die ich gebettelt hatte, schon geschlossen war. Mit anderen Worten, ich war lebensfähig.“