Ein Holzbildhauer, der Anton Sturm nicht kennt, ist nicht wirklich ein Holzbildhauer

Zu meiner Entschuldigung, falls es einer solchen bedarf, kann ich darauf verweisen, dass ich zwar spätestens ab 1994, nämlich nach Ablegung meiner Meisterprüfung im Holzbildhauerhandwerk, Holzbildhauer war, mich aber nie primär als solchen verstanden habe. Ich wollte „konzeptuell“ arbeiten, das Theoretisieren schien mir für einen zeitgenössischen Künstler (als der ich trotz gelegentlicher Dementis gelten wollte) essenziell zu sein, allemal wichtiger war es mir jedenfalls, als die tägliche holzbildhauerische Praxis. Es war, wie es war.

Dies zu meiner Entschuldigung (oder auch nicht) deshalb, weil ich mit dem Namen Anton Sturms bis gerade eben noch allenfalls verband, dass es sich bei seinem Träger um einen süddeutschen Bildhauer handelte. Keine Ahnung hatte ich, was für ein Bildhauer dieser Sturm gewesen ist! Viel mehr als eine Ahnung von seiner Kunst habe ich auch jetzt noch nicht. Aber schon diese Ahnung flößt mir großen Respekt ein. Sturm lebte in Füssen und seiner Hauptwerke kann man im Kloster Ottobeuren und in St. Mang in Füssen ansichtig werden. Hier ein paar weitere Bilder und Notizen.

Eine Pietà von Anton Sturm (in Holz) im österreichischen Breitenwang, zehn Kilometer südlich von Füssen, 1724/28 (Foto: Herbert Wittmann).