Daily Dali 26 – Noch Jungfrau, aber nicht mehr lange

„Und nun schnalzen Sie genüßlich mit der Zunge, meine Leser, so daß es sich wie das den Ohren so angenehme Entkorken einer Flasche anhört, denn ich gehe daran, die vollen Flaschen, die Sie alle sind, zu entkorken, und habe vor, mich heute abend am süchtigmachenden Alkohol Ihrer Neugier vollständig zu betrinken.
xxxxxGleich werden wir anfangen … Ich fange an … So, nun haben wir angefangen!“ (S. 285)

Der „Mythos, das Leitmotiv meines Denkens, meiner Ästhetik, meines Lebens […]: Tod und Auferstehung!“ (S. 290)

„Gala begann wiederholt auf ‚etwas‘ anzuspielen, das ‚unvermeidlich‘ zwischen uns geschehen müsse, etwas ’sehr Wichtiges‘, für unsere ‚Beziehung‘ Entscheidendes. Aber konnte sie denn in meinem gegenwärtigen überreizten Zustand überhaupt mit mir rechnen, der ich mich, weit davon entfernt, normaler zu werden, mit dem auffälligsten Flittertand der Verzücktheit zierte und hinter mir eine immer aufsehenerregendere Prozession von ‚Symptomen‘ sammelte? Außerdem schien mein psychischer Zustand ansteckend zu wirken und Galas anfängliches Gleichgewicht zu bedrohen.“ (S. 292)

„Noch nie in meinem Leben [Dali ist 25 Jahre alt, L. R.] hatte ich ‚den Geschlechtsverkehr vollzogen‘, und ich stellte mir diesen Akt schrecklich gewaltsam vor, glaubte, er stehe in keinem Verhältnis zu meinen körperlichen Kräften – ‚dies war nichts für mich‘. Ich nutzte jede Gelegenheit, um Gala in einem gequälten Ton, der sie sichtlich irritierte, zu wiederholen: ‚Denke vor allem daran, daß wir versprochen haben, einander niemals weh zu tun!'“ (S. 293)

(Aus Salvador Dalis „Das geheime Leben des Salvador Dali“.)