Daily Dali 20 – Rückendeckung ist wichtig

„Ich vertrat die Position, daß Glück oder Unglück eine ultra-individuelle Angelegenheit sei, die nichts mit der gesellschaftlichen Struktur, dem Lebensstandard oder den politischen Rechten der Menschen zu tun habe. […] Wenn das Glück überhaupt irgendeine Instanz etwas anginge, dann die Religion! Herrscher sollten sich darauf beschränken, ihre Macht mit einem Höchstmaß an Autorität auszuüben; und das Volk solle diese Herrscher entweder stürzen oder sich ihnen unterwerfen. Aus solcher Aktion und Reaktion könne eine spirituelle Form oder Struktur entstehen – und keine rationale, mechanische, bürokratische Organisation, die geradewegs zu Entpersönlichung und Mittelmäßigkeit führt.“ (S. 228)

„Nachdem ich das italienische Restaurant verlassen hatte, kehrte ich zum Studentenwohnheim zurück, um mehr Geld zu holen. Was ich morgens mitgenommen hatte, war auf wundersame Weise ausgegeben. Geld zu bekommen war einfach. Ich ging in die Geschäftsstelle des Heims, sagte, wieviel ich haben wollte und unterschrieb eine Empfangsbestätigung.“ (S. 229)

„Ich habe immer für Gewohnheiten geschwärmt, und wenn etwas erfolgreich gewesen ist, bin ich imstande, es für den Rest meines Lebens beizubehalten.“ (S. 229)

„Leerer Raum in meinem Rücken ruft bei mir immer ein so unangenehmes Gefühl der Beklemmung hervor, daß ich unmöglich arbeiten kann. Ein Wandschirm reicht nicht aus, ich brauche eine richtige Wand. Wenn die Wand sehr dick ist, dann weiß ich schon im voraus, daß meine Arbeit erfolgreich sein wird.“ (S. 236, Anmerkung)

(Aus Salvador Dalis „Das geheime Leben des Salvador Dali“.)