Bei der Arbeit

In Arbeit, Tablet-Zeichnung am 24.7.2017

Es ist mein Privileg als selbständig tätiger Künstler-Unternehmer, bei der vorbereitenden Arbeit an den neuen Namensstämme auf dem und für den Karlsruher Hauptfriedhof zwischendurch zum Tablet greifen zu können, um für 20 Minuten meine eigentliche Arbeit zu unterbrechen, um in dieser Zeit meiner eigentlichen Arbeit nachzugehen. Mehr dazu hier.

Kunst kann man nicht machen?

Kunst kann man nicht machen! An der Wahrheit dieses Satzes zu zweifeln, hielt auch ich bislang für Häresie. Inzwischen habe ich den Verdacht, dass es sich bei besagtem Glaubenssatz um Kunstfrömmelei handelt. Wer ihn nicht mehr unterschreibt, ist also kein Ketzer, sondern auf dem säkularen Weg der Besserung. Natürlich, besser gesagt: kultürlich kann man, ja muss man Kunst machen. Woher soll sie denn sonst kommen? Kunst kommt nicht in der Natur vor, sie ist von Menschen gemacht, also muss man sie machen, wenn es sie geben soll. Und da es sie angeblich gibt, wird sie wohl jemand gemacht haben. Also kann man Kunst machen, daran besteht kein Zweifel. Wer postuliert, dass das nicht möglich sei, weil man ja gar nicht weiß, wie das gehen soll, das Kunstmachen, sucht nur eine Entschuldigung für seine Verzagtheit und Kleingeisterei, für seinen Mangel an Mut und Entschlossenheit. Wilhelm Worringer sieht hinter der Kunst das Kunstwollen. Und wo einer den Willen zur Kunst hat, findet er auch einen Weg zu ihr. Amen.

Dornröschen

Dornröschen, Tablet-Zeichnung am 30.6.2018 (nach einer Fotografie von Sigrid Deussen), Format 70:41

Floristen und andere Blumenkenner erkennen sofort, dass das keine Rosen sind. Wahrscheinlich sind es Chrysanthemen.

Geschwister selbdritt

Eine Art Schwarz-Weiß-Pointillismus:

Christine, Oliver und Ute Deussen, 2018 (27./28.6.), Tablet-Zeichnung, Format 41:70

Malen kommt von anmalen

Hans Thoma, las ich in dem unten erwähnten Buch von Max Osborn (New Yorik 1945), soll gesagt haben: „Gut angestrichen ist halb gemalt“. Solche Sätze können nur der malerischen Praxis entstammen, die Theorie, die mit soviel hemdsärmeliger Werkstatt-Philosophie kompatibel ist, muss erst noch formuliert werden.

Das kurze Kapitel, in dem ich diesen Thoma-Satz zitiert fand, handelt von Osborns „Begegnungen mit Pissarro und Renoir“. Renoir war stolz auf seine Anfänge als Porzellan(an)maler in Limoges. Osborn schreibt: „Oft ist seine Äußerung zitiert worden, dass er mit mancher Tasse und manchem Teller, die er verzierte, zufriedener gewesen als mit Gemälden, die draussen bejubelt wurden.“ (S. 31)

Zeichnen geht immer und überall

„Zeichnen – kann man noch wo fürs‘ Malen weder Zeit noch Platz ist. Und alles zeichnen ob für ’nen Zweck ob nicht.“ So Adolph Menzel an Lucie Wolter-Sigora am 7. September 1891.

Die Staatlichen Museen zu Berlin besitzen an die 10.000 Zeichnungen aus Menzels Nachlass. Auf der Website der Adolph-Menzel-Gesellschaft stellt man folgende Überlegungen zur dann doch nicht geschätzten Gesamtzahl der Zeichnungen an: „Nimmt man nun all jene gezeichneten Blätter hinzu, die weltweit über Museen, Privatsammlungen oder Archive verstreut sind und bedenkt auch jene mit den Zeitläuften untergegangenen, erhöht sich die schiere Zahl Menzelscher Zeichnungen sicher noch erheblich. Darüber, dass Menzel gelegentlich streng selektierend mit den eigenen Werken umging, ist viel erzählt worden: Dass er beim Auszug aus einem Atelier ihm unnütz scheinende Zeichnungen dort zurückließ, dass er die vielen als nicht gelungenen erachteten Zeichnungen sofort zerriss oder dass er eine umfangreiche Mappe mit Zeichnungen der frühen Schaffensjahre, die der Bruder Richard liebevoll gesammelt hatte, nach dessen Tode vernichtete.“