Allianzen des Wohlgefallens oder: Schöne Stellen und schöne Stellen

Warum nicht einmal relativ skrupellos das Klischee bestätigen, wonach Holzobjekte dann besonders reizvoll, gefällig oder gar schön sind, wenn naturgegebene und von einem Menschen gesetzte Aspekte eine Allianz des Wohlgefallens eingegangen sind. Soll man grundsätzlich auf Effekte verzichten oder nur dann, wenn es die Natur war, die einem beim Haschen nach denselben auf freundliche Weise zuvor- und entgegen gekommen ist?

Vor noch gar nicht langer Zeit hätte ich solche Kooperationen entschieden abgelehnt. Theodor W. Adorno hat für den Rundfunk einmal „schöne Stellen“ in der Musik analysiert, doch gingen diese stets aufs Konto des Komponisten und nicht des Zufalls oder der Natur, um vom Lieben Gott nicht zu reden. Die schönen Stellen im Holz habe ich nicht zu verantworten. Meine Verantwortung beginnt erst bei der Frage, ob ich naturschöne Stellen in meinen Holzarbeiten zulassen will oder nicht. Und ob ich des weiteren meine Form konsonieren lassen will mit der Naturform. Ich wollte, wie man sieht.

Details zu OHREN 11 hier.

Noch alle OHREN im Regal

Wenn ich nicht mehr alle OHREN im Regal hätte, dann würde das nicht bedeuten, dass ich nicht mehr alle Tassen im Schrank habe, sondern dass ich ein paar davon verkauft hätte. Preis und anderes hier.

Beinahe alles, was man zum Leben braucht

Fünf Kilometer nördlich von der einen und westlich von einer anderen Mosel-Schleife liegt der Ort Hetzerath mit seinen mehr als zweitausend Einwohnern. Wie die beiden Wortbestandteile „Hetze“ und „Rath“ zusammengekommen sind, und was mit dem Namen ursprünglich gemeint war, lässt sich leicht klären. Darum geht es hier aber nicht. Und es geht auch nicht um die Schönheit der südlichen Eifel, noch um den von der „Flugplatz Trier GmbH“ betriebenen Flugplatz ganz in der Nähe von Hetzerath. Sondern es geht, könnte man sagen, um das Aufstellen eines von mir angefertigten Holzgrabmals auf dem örtlichen Friedhof, welcher übrigens der einzige mir bekannte Friedhof ist, der keine öffentliche Toilette besitzt. Dabei heißt es auf der Website der Gemeinde, in Hetzerath gebe es „alles was man zum Leben braucht“. Friedhofstoiletten und Kommata gehören nach lokaler Auffassung offenbar nicht dazu.

Zu den zusätzlich schönen Seiten meiner holzbildhauerischen Tätigkeit gehören berufsbedingten Tagesausflüge oder Kurzreisen in mir bis dahin nicht oder kaum bekannte Ecken der Republik. Aus dem jeweils gegebenen Anlass der Erstellung eines Holzgrabmals kam ich so schon nach Wedel bei Hamburg, Eisleben in Sachsen-Anhalt, Neustadt bei Waiblingen, Schechingen bei Schwäbisch-Gmünd, Elsdorf nordöstlich von Bremen, Weilheim an der Teck und gestern schließlich nach Hetzerath bei Trier. Als ein in Karlsruhe lebender Holzbildhauer „geschafft“ hätte ich es wohl, wenn man mir den Auftrag erteilen würde, eines meiner Holzgrabzeichen auf dem Friedhof in Oberammergau aufzustellen. Ich würde mich aber auch schon darüber freuen, als nächstes etwas für den Cimitero di San Michele in Venedig machen zu dürfen.

OHREN 9 oder: Resultat einer schnellen Nummer

Eine schnelle Nummer kann auch beim Holzbildhauen durchaus zu befriedigenden Ergebnissen führen, vorausgesetzt, man hat viel geübt und die Hände wissen wie von selbst, was zu tun ist. Diese Ohr-Studie habe ich heute in neuer persönlicher Rekordzeit aus dem Holz gehauen. Bis die Eiche dann ein wenig pigmentiert und gewachst war (sie muss noch mindestens einmal nachgebürstet werden), bis ich das Teil fotografiert und die Aufnahmen archiviert hatte, war allerdings dann doch wieder mehr als eine Stunde vergangen. Daher der zwar nicht billige, aber recht und billige Preis, den man zusammen mit allen anderen Angaben hier erfahren kann.

OHREN 8

Seit heute habe ich nach dem Einbau einer neuen Tür und eines neuen Fensters in gewisser Hinsicht eine neue Werkstatt: Im Winter ist sie sehr wahrscheinlich wärmer und das ganze Jahr über einbruchssicherer. Nicht dass bei mir viel zu holen wäre, aber das weiß so ein Einbrecher ja vorher nicht. Jetzt bleibt ihm die Enttäuschung, nur ein paar Holz-Ohren wie dieses vorzufinden, (hoffentlich) erspart:

Wichtige Einzelheiten, wie zum Beispiel den Preis dieses Prachtstücks, erfährt man hier.