Daily Dali 32 – Als Maler angefeindet, als Erfinder glücklos

„Bei mir konnte man nie sagen, wo der Humor aufhörte und wo mein angeborener Fanatismus begann; deshalb gewöhnten sich die Leute alsbald daran, mich, ohne weiter darüber zu diskutieren, tun zu lassen, was ich wollte: ‚Das ist halt Dali!‘ pflegten sie achselzuckend zu sagen.“ (S. 350)

„Die ganze in der Nachkriegszeit vollbrachte Anstrengung der Moderne war falsch und mußte zerstört werden. Die Rückkehr zur Tradition in der Malerei und in allem war unausweichlich. Sonst würde jede geistige Tätigkeit schnell zur Nichtigkeit verurteilt. Niemand konnte mehr zeichnen, keiner konnte mehr malen, die Kunst des Schreibens war in Vergessenheit geraten. Mit der Internationalisierung wurde alles nivelliert und vereinheitlicht. Das Formlose und Häßliche wurde zur obersten Göttin der Faulheit. Das leere, pseudophilosophische Geschwätz an den Tischen der Cafés beeinträchtigte zunehmend die redliche Arbeit in den Ateliers. Und die Musen der Inspiration sollten ihren von Raffael und Poussin ausgemalten Parnass verlassen und auf die Straße hinabsteigen, um ein Trödelgewerbe zu betreiben und sich dem Libertinisums all der mehr oder weniger volkstümlichen Versammlungen hinzugeben. Künstler machten sich mit Bürokraten gemein, bedienten sich der vulgärsten Sprache opportunistischer Demagogen und unterstützten schamlos die Wahnbestrebungen zur Verbürgerlichung der Massen, die, vor Skeptizismus und technischem Fortschritt platzend, in einem ekelerregenden Wohlleben ohne Strenge, ohne Form, ohne Tragödie und ohne Seele fett und feist wurden! All dies war mir, der ich nicht aufhörte, wie ein Hund zu arbeiten, zuwider.“ (S. 350)

„Wer waren meine Feinde? Jeder, oder fast jeder, außer Gala. Alles, was sich zur modernen Kunst rechnete, auch in Surrealistenkreisen, war, alarmiert von der zersetzenden und zerstörerischen Macht, die ich plötzlich darstellte, zu den Waffen geeilt. Zum einen war mein Werk gewaltsam und kühn, unverständlich, verwirrend, subversiv. Zum anderen war es keine ‚junge‘ moderne Kunst. Soviel verstand man und nahm man hin: Mir graute vor meiner Zeit!“ (S. 352)

„Alte Knaben, die nach fünfzig Jahren noch nicht müde geworden sind hinzusehen, haben mich immer gemocht und verstanden. Sie fühlten, daß ich da war, sie zu verteidigen. Sie hatten das allerdings nicht nötig; die Stärke war bereits auf ihrer Seite; und ich bezog meine Position neben ihnen, wohl wissend, daß der Sieg auf seiten der Tradition sein würde. Mein Kreuzzug galt der Verteidigung der griechisch-römischen Kultur.“ (S. 352 f.)

„[S]o hielt ich denn gegen die afrikanischen ‚primitiven Objekte‘ die ultradekadenten, kultivierten europäischen Objekte des Jugendstils. Ich habe die Epoche um 1900 stets als das psychopathologische Endprodukt griechisch-römischer Dekadenz betrachtet. Ich sagte mir: Da diese Leute von Ästhetik nichts wissen wollen und sich nur von der ‚Lebenskraft‘ erregen lassen können, werde ich ihnen zeigen, wie in dem winzigsten ornamentalen Detail eines Objektes um 1900 mehr Geheimnis, mehr Poesie, mehr Erotik, mehr Tollheit, Perversität, Qual, Pathos, Größe und biologische Tiefe steckt als in ihrem ungezählten Inventar grausam häßlicher Fetische mit Körpern und Seelen von einer schlichtweg einzigartig primitiven Stupidität!“ (S. 353)

Um „dieser bewundernden und furchtsamen Gesellschaft ein Minimum ihres Goldes [zu] entreißen“, so dass Gala und er „ohne jenes auszehrende Phantom dauernder Geldsorgen leben könnten“ (S. 359), machte Dali eine Reihe von Erfindungen, für deren praktische Umsetzung Gala dann Interessenten zu gewinnen suchte. Darunter waren „[f]ür die geheimsten physischen und psychischen Genüsse bestimmte Objekte. Zu den letzteren zählten geschmacklose Gegenstände, die gegen die Wand geworfen werden sollten, wenn man wütend war, und dann in tausend Stücke zerbrachen.“ (S. 356)

Daily Dali 31 – Blaue Flecke, biologisch-unbekümmerter Zorn und ein Fast-Nichts von einem Haus

„Das Bett in unserem Haus [in Torremolinos, L. R.] war so hart, daß die Matratzen statt mit Wolle mit trockenem Brot gefüllt schienen. Darauf zu schlafen war zwar unbequem, aber hinterher war der Körper über und über mit blauen Flecken und schmerzenden Stellen bedeckt, die, gewöhnt man sich an sie, außerordentlich angenehm werden, denn man merkt, daß man einen Körper hat und daß man nackt ist.
xxxxxIn ihrer jungenhaften, von der Sonne tief gebräunten Gestalt ging Gala im Dorf mit entblößten Brüsten umher, und ich hatte mir wieder angewöhnt, meine Halskette zu tragen. Die Fischer dieser Gegend kannten kein Schamgefühl. Nur ein paar Meter von uns entfernt ließen sie die Hose fallen, um ihre Notdurft zu verrichten. Auf diesen Augenblick des Tages, konnte man sehen, freuten sie sich mit am meisten, und manchmal hockten sie so in einer ganzen Reihe nebeneinander am Strand unter der gnadenlosen Sonne. Sie ließen sich Zeit dabei und warfen einander episch ausgemalte Obszönitäten zu. Dann wieder stachelten sie mit kehligen Rufen ihre Kinder an, die sich mit Steinschleudern regelrechte Schlachten lieferten. Diese Steingefechte endeten oft mit einigen Platzwunden. Wenn die ihren Stuhlgang Verrichtenden ihre Kinder bluten sahen, erwachten ihre kleinen persönlichen Feindschaften. Sie zogen rasch die Hosen hoch, wobei sie sorgfältig darauf achteten, daß ihre stets ansehnlichen, stark entwickelten Geschlechtsteile den richtigen Platz fanden, und begannen ihrerseits über die Kämpfe ihrer Kinder zu streiten. Mit ein paar Messerstichen beendeten sie gewöhnlich die Auseinandersetzung unter den schönen und unwichtigen Tränen ihrer wehklagenden Frauen, die mit aufgelösten Haaren und zum Himmel emporgestreckten Armen herbeigelaufen kamen und Jesus und die Unbefleckte Jungfrau anriefen. Auf all dies fiel kein Schatten von Traurigkeit oder Schäbigkeit. Ihre Zornesausbrüche waren biologisch-unbekümmert wie in der Sonne trocknende Fischgräten. Und ihre Exkremente waren äußerst sauber und mit ein paar unverdauten Muskattrauben durchsetzt, die genauso frisch waren wie vor dem Verschlingen.“ (S. 336)

Über die von Dali und Gala zu einem Haus umgebaute Scheune in Cadaqués: „Es sah noch armseliger und beengter aus, als wir erwartet hatten – es war praktisch nichts. Doch schon dieses Fast-Nichts trug das Brandmal unseres Fanatismus und zum ersten Mal konnte ich eine bauliche Wirklichkeit sehen, in der Galas klare, konkrete, energische Persönlichkeit meinen krankhaften Wahn durchdrang. Da waren lediglich die Proportionen einer Tür, eines Fensters und der vier Wände, und schon war es heroisch.“ (S. 347)

(Aus Salvador Dalis „Das geheime Leben des Salvador Dali“.)

Daily Dali 30 – Von Paranoiphilie und Altruisadismus

„Lydia [eine Bekannte in Cadaqués, L. R.] hatte den wunderbarsten paranoischen Geist, den ich außer meinem eigenen je kennengelernt habe. Sie war fähig, völlig kohärente Verbindungen herzustellen zwischen einem beliebigen Gegenstand und dem, was ihr gerade in den Sinn kam – über alles andere setzte sie sich großzügig hinweg; sie wählte jede Einzelheit mit einem so feinsinnigen und erfinderisch berechnenden Gedankenspiel aus, daß es oft schwerfiel, in völlig absurden Dingen nicht mit ihr übereinzustimmen.“ So kam es „zu den unglaublichsten Koinzidenzen, die ich mir mehrfach in meinen eigenen Schriften zum Vorbild nahm.“ (S. 324 f.)

„‚Lydia ist nicht verrückt‘, pflegten die Leute zu sagen, ‚versuchen Sie mal, sie übers Ohr zu hauen oder sie mundtot zu machen!'“ (S. 327)

„Die Idee meinen Milchzahn von der Decke meines Hauses [ein umgebauter Schuppen mit kaum mehr als 20 qm Grundfläche, L. R.] hängen zu sehen, ließ mich alle praktischen Schwierigkeiten, die sich auf Galas besorgtem Gesicht widerzuspiegeln begannen, vergessen. ‚Denk nicht mehr über diese Probleme nach‘, sagte ich dann zu ihr, ‚… Wasser, Strom, die Schwierigkeit, wo das Hausmädchen schlafen soll. Wenn du erst einmal meinen Milchzahn an seinem Faden hängen siehst, wie der den Mittelpunkt unseres Hauses bildet, wirst du genau so begeistert sein wie ich, daß wir das alles auf uns genommen haben. Und Blumen oder einen Hund werden wir nie im Hause haben – nur unsere von Nüchternheit umgebene Leidenschaft!“ (S. 329)

„Wir gingen zur Bank, um den Scheck des Vicomte Noailles über 29000 Francs einzulösen. Ich war erstaunt, daß der Kassierer mich ehrerbietig mit meinem Namen begrüßte. Mir war nicht bewußt, wie bekannt ich bereits in Barcelona war, und die Vertraulichkeit des Bankangestellten flößte mir eher Verdacht ein, als daß sie mir schmeichelte. Ich sagte zu Gala:
xxxxx‚Er kennt mich, aber ich kenne ihn nicht!‘
xxxxxÜber solch kindisches Verhalten geriet Gala in Zorn, und sie meinte, ich würde immer ein katalanischer Bauer bleiben.“ (S. 329)

„Mein Leben lang gewöhnte ich mich nur schwer an die verwirrende, verblüffende ‚Normalität‘ der Menschen in meiner Umwelt. Stets sagte ich mir: ‚Nie passiert das, was passieren könnte!‘ Ich kann nicht begreifen, warum die Menschen so wenig individuell sind, warum sie sich so gleichförmig kollektiv verhalten. Man denke doch nur an eine so einfache Sache wie aus Spaß Züge zum Entgleisen zu bringen!“ (S. 330)

„Am nächsten Tag erkrankte Gala an Rippenfellentzündung, und ich wurde von solcher Angst ergriffen, daß ich zum ersten Mal im Leben spürte, wie der massive Bau meines Egoismus von dem Erdbeben altruistischer Gefühle bis in die Grundfesten erschüttert wurde. Sollte ich sie am Ende wirklich lieben?“ (S. 332)

„Eine nie gekannte Zärtlichkeit für Gala bemächtigte sich meiner. Ihre kleinste Bewegung brachte mich den Tränen nahe, gab mir ein honigsüßes Gefühl. Diese Zärtlichkeit war mit leicht sadistischen Regungen gepaart. Erregt und voll liebender Fürsorge sprang ich auf und sagte: ‚Du bist zu hübsch!‘ und schon begann ich, sie von oben bis unten mit Küssen zu bedecken. Aber ich preßte sie immer fester, und je mehr ich drückte und fühlte, wie sie meinen allzu energischen, leidenschaftlichen Umarmungen schwach zu widerstreben versuchte, desto unwiderstehlicher wurde mein Verlangen, sie sozusagen zwischen meinen Armen zu zermalmen.“ (S. 332)

(Aus Salvador Dalis „Das geheime Leben des Salvador Dali“.)

Daily Dali 29 – Der Schrecken hat einen Namen: „Romanée-St-Vivan 1923“

„Ich mußte einmal einem Kunstkritiker zuhören, der dauernd von Materie sprach – der ‚Materie‘ Courbets, wie er seine ‚Materie‘ ausgebreitet habe, wie leicht es ihm gefallen sei, seine ‚Materie‘ zu behandeln.
xxxxx‚Haben Sie jemals versucht, sie zu essen?‘ fragte ich schließlich. Und mit einem Anflug französischen Witzes fügte ich hinzu: ‚Wenn es um Scheiße geht, ziehe ich immer noch diejenige Chardins vor.'“ (S. 314)

„Eines Abends dinierte ich bei dem Vicomte de Noailles. Sein Haus imponierte mir gewaltig, und ich war höchst geschmeichelt, als ich sah, daß mein Bild Das traurige Spiel zwischen einem Cranach und einem Watteau hing. An diesem Diner nahmen Künstler und Leute aus der Gesellschaft teil, und mir wurde sofort klar, daß ich im Mittelpunkt des Interesses stand. Ich glaube, die Noailles waren von meiner Schüchternheit zutiefst gerührt. Jedesmal, wenn der für den Wein zuständige Butler kam und mir Namen und Jahrgang des Weins mit höchst geheimnisvoller Miene ins Ohr flüsterte, dachte ich, es handle sich um etwas sehr Ernstes, das er mir diskret mitteilen wolle – Gala sei von einem Taxi überfahren worden, oder ein wütender Surrealist sei gekommen, um mich zu verdreschen -, und ich wurde leichenblaß, sprang hoch und schickte mich an, die Tafel zu verlassen. Dann wiederholte der Butler etwas lauter, wie um mich zu beruhigen, und dabei mit äußerst würdevoller Aufmerksamkeit auf die schräg in ihrem Körbchen liegende Flasche blickend: ‚Romanée-St-Vivant 1923‘. In einem Zug goß ich diesen Wein, der mich gerade so sehr erschreckt hatte, hinunter und gewann durch ihn wieder Hoffnung, meine Schüchternheit zu überwinden und am Gespräch teilnehmen zu können.“ (S. 314)

„Während dieses ersten Diners im Hause Noailles entdeckte ich zweierlei: Erstens, daß die Aristokratie – damals ‚die Gesellschaft‘ genannt – für meine Gedankengäng sehr viel anfälliger war als die Künstler, vor allem aber als die Intellektuellen. Den ‚Leuten aus der Gesellschaft‘ haftete wirklich noch immer jene atavistische Dosis von Kultiviertheit und Raffinement an, welche die Angehörigen der Mittelschicht mit ihren fortschrittlichen sozialen Ideen soeben auf dem Altar der ‚jungen‘ Ideologien mit kollektivistischer Tendenz freudig geopfert hatten.“ (S. 316)

„Als ich meinen ersten Versuch gemacht hatte, die Aristokratie mit Hilfe von tausend Krücken aufrecht zu halten, blickte ich ihr ins Gesicht und sagte ehrlich: ‚Jetzt werde ich Ihnen einen furchtbaren Tritt gegen das Bein versetzen.‘
xxxxxDie Aristokratie zog das storchenähnlich hochgehaltene Bein noch ein wenig höher.
xxxxx‚Nur zu‘, antwortete sie und biß die Zähne zusammen, um den Schmerz lautlos und stoisch zu ertragen.
xxxxxDann versetzte ich ihr mit aller Kraft einen furchtbaren Tritt genau gegen das Schienbein. Sie rührte sich nicht von der Stelle. Dazu hatte ich sie ja auch gut abgestützt.
xxxxx‚Danke‘, sagte sie zu mir.
xxxxx‚Fürchten Sie nichts‘, antwortete ich, ihr im Weggehen die Hand küssend, ‚ich werde zurückkommen. Der Stolz auf Ihr eines Bein und die Krücken meiner Intelligenz machen Sie stärker als die von den Intellektuellen – die ich genau kenne – vorbereitete Revolution. Sie sind zwar alt, todmüde und heruntergekommen, aber die Stelle, an der Ihr Bein mit der Erde verlötet ist, ist die Tradition. Sollten Sie sterben, würde ich sofort kommen und mein eines Bein in denselben Fußabdruck der Tradition setzen, den Sie hinterlassen haben, und sogleich mein anderes Bein wie ein Storch hochziehen. Ich bin bereit und fähig, in dieser Haltung alt zu werden, ohne zu ermüden.'“ (S. 318)

„Jetzt begann der harte Lebenskampf, dem ich bis dahin immer geglaubt hatte ausweichen zu können. Ich hatte tatsächlich noch keine anderen Hindernisse oder Zwänge kennengelernt als die meiner eigenen Vorstellung entspringenden. Stets war ich im Vorteil. Auch die Liebe war mir zu Diensten gewesen – sie hatte mich von drohendem Wahnsinn geheilt, und ich verehrte sie bis zum Wahnsinn. Plötzlich aber war ich bei meiner Rückkehr nach Cadaqués nicht mehr der Sohn des Notars Dali, sondern der in Ungnade gefallene, von seiner Familie verstoßene Sohn, der mit einer Russin zusammenlebte, mit der er noch nicht einmal verheiratet war!“ (S. 323)

(Aus Salvador Dalis „Das geheime Leben des Salvador Dali“.)

Daily Dali 28 – Als machiavellistischer Traditionalist getroffen vom Bannstrahl der Familie

„Bereits im Jahre 1929 war ich ein Reaktionär gegen den von der dilettantenhaften Unruhe der Nachkriegsepoche ausgelösten ‚völligen Umsturz‘. Stürzte ich mich auch mit größerem Ungestüm als alle anderen in wahnsinnige, subversive Spekulationen, bloß um zu sehen, wie es im Herzen einer sich entwickelnden Revolution wirklich zuging, so bereitete ich doch in meiner halb-bewußt machiavellistischen Skepsis bereits die Grundstrukturen der nächsten historischen Stufe vor – die der ewigen Tradition.
xxxxxDie Surrealistengruppe schien mir als einzige ein geeignetes Feld für meine Aktivität zu bieten. Ihr Haupt, André Breton, kam mir in seiner offensichtlichen Führungsrolle unersetzbar vor. Wollte ich mich selbst um Macht bemühen, mußte mein Einfluß verborgen, opportunistisch und paradox bleiben. […] Jede Interessengemeinschaft entpersönlicht; alles, was zum Kollektiv hin tendiert, ist dein Tod; deshalb benutze das Kollektiv als Experiment, danach schlage hart zu und bleibe allein!
xxxxxIch blieb aber ständig bei Gala, und meine Liebe machte mich großzügig und verachtungsvoll.“ (S. 304 f.)

„ich, der ehrgeizigste aller zeitgenössischen Maler“ (S. 305)

Aus einem von Dali nicht genannten Grund, teilt sein Vater ihm mit, dass er, der Sohn, von seiner Familie „unwiderruflich verstoßen“ sei. Am nächsten Tag verlässt Dali Cadaqués Richtung Paris:
xxxxx„Die Straße, die von Cadaqués zum Gebirgspaß von Peni hinaufführt, hat eine Anzahl von Kehren und Kurven, an denen man jeweils das immer weiter in die Ferne rückende Dorf Cadaqués sehen kann. Eine dieser Kurven ist die letzte, von der Cadaqués noch als winziger Fleck zu sehen ist. Wer das Dorf liebt, schaut dann unwillkürlich noch einmal zurück, zu einem letzten freundlichen Blick des Abschiednehmens, der erfüllt ist von dem feierlichen, überschwenglichen Versprechen wiederzukommen. Niemals hatte ich versäumt, mich zu diesem letzten Blick umzudrehen. Aber als das Taxi an diesem Tag die Straßenbiegung erreichte, wandte ich mich nicht um, sondern blickte geradeaus nach vorn.“ (S. 308 f.)

(Aus Salvador Dalis „Das geheime Leben des Salvador Dali“.)

Die ersten Jogger

Wann und wo genau fing das mit dem Joggen eigentlich an? Es war am 13. Januar 1920 in München. Thomas Mann war Zeitzeuge dieses Ereignisses, welches für ihn offenbar so irritierend gewesen ist, dass er es im Tagebuch festgehalten hat: „Ging vorm Abendessen eine halbe Stunde im Wind bei reichem Föhn-Sternenhimmel spazieren. Halbnackte Turner kamen im Dauerlauf an mir vorüber.“

Daily Dali 27 – Der September septemberte Wein und Maienmonde

„Sooft wir uns trafen, schienen wir einander zu sagen: ‚Wir müssen es hinter uns bringen!‘ Schon waren im einsamen Echo der Berge die Schüsse der Jäger zu hören, und auf den zum Verzweifeln ebenmäßigen und heiteren Augusthimmel folgten nun die Quellwolkendämmerungen des Herbstes, den es schon nach der nahenden saftvollen Weinlese unserer Leidenschaft dürstete. Gala saß auf einer Trockenmauer und aß dunkle Trauben. Es war, als werde sie mit jeder neuen Traube strahlender und schöner. Und mit jedem neuen schweigsam gerundeten Nachmittag unserer Liebesidylle fühlte ich, wie Gala im Einklang mit den Weintrauben an Süße gewann. Selbst Galas Körper fühlte sich an, als bestehe er aus dem ‚fleischgewordenen Himmel‘ einer goldenen Muskatellertraube. Morgen? dachten wir beide. Und als ich ihr zwei neue Trauben brachte, ließ ich sie wählen – weiß oder rot?“ (S. 294 f.)

„die Todesstunde, als Ziel der Prozession der Alterssymptome, die jener vorausgehen und auf sie vorbereiten.“ (S. 298)

„In diesem Buch möchte ich nur eine einzige Person sezieren – mich selbst! – und diese Vivisektion meines Ego vollziehe ich nicht aus Sadismus oder Masochismus, sondern aus Narzißmus. Ich vollführe sie mit Geschmack – meinem eigenen – und auf jesuitische Art. […]
xxxxxWir wollen deshalb Dalis Vivisektion ästhetisch und kunstvoll vornehmen und die Knochen vor Nüchternheit glänzen lassen, und zwar genau dort, wo es die herzzerreißendste Wirkung hervorbringen kann. ‚Man konnte seinen Knochen sehn! Man konnte seinen Knochen sehn! Man konnte den Knochen an der Spitze seiner dicken Zehe sehn!‘ [„Katalanisches Lied“]“ (S. 298 f.)

„Der September ’septemberte‘ Wein und Maienmonde; die Septembermonde säuerten den Mai meines Alters, das Alter erntete die Trauben der Leidenschaft …“ (S. 301)

„So entwöhnte mich Gala vom Verbrechen und heilte meine Verrücktheit. Danke! Ich will dich lieben! Ich wollte sie heiraten.
xxxxxMeine hysterischen Symptome verschwanden eins nach dem anderen wie von Zauberhand. Ich wurde wieder Herr meines Lachens, meines Lächelns und meiner Gesten. Im Zentrum meines Geistes wuchs eine neue Gesundheit heran, taufrisch wie eine Rose.“ (S. 301)

(Aus: Salvador Dalis „Das geheime Leben des Salvador Dali“.)

Daily Dali 26 – Noch Jungfrau, aber nicht mehr lange

„Und nun schnalzen Sie genüßlich mit der Zunge, meine Leser, so daß es sich wie das den Ohren so angenehme Entkorken einer Flasche anhört, denn ich gehe daran, die vollen Flaschen, die Sie alle sind, zu entkorken, und habe vor, mich heute abend am süchtigmachenden Alkohol Ihrer Neugier vollständig zu betrinken.
xxxxxGleich werden wir anfangen … Ich fange an … So, nun haben wir angefangen!“ (S. 285)

Der „Mythos, das Leitmotiv meines Denkens, meiner Ästhetik, meines Lebens […]: Tod und Auferstehung!“ (S. 290)

„Gala begann wiederholt auf ‚etwas‘ anzuspielen, das ‚unvermeidlich‘ zwischen uns geschehen müsse, etwas ’sehr Wichtiges‘, für unsere ‚Beziehung‘ Entscheidendes. Aber konnte sie denn in meinem gegenwärtigen überreizten Zustand überhaupt mit mir rechnen, der ich mich, weit davon entfernt, normaler zu werden, mit dem auffälligsten Flittertand der Verzücktheit zierte und hinter mir eine immer aufsehenerregendere Prozession von ‚Symptomen‘ sammelte? Außerdem schien mein psychischer Zustand ansteckend zu wirken und Galas anfängliches Gleichgewicht zu bedrohen.“ (S. 292)

„Noch nie in meinem Leben [Dali ist 25 Jahre alt, L. R.] hatte ich ‚den Geschlechtsverkehr vollzogen‘, und ich stellte mir diesen Akt schrecklich gewaltsam vor, glaubte, er stehe in keinem Verhältnis zu meinen körperlichen Kräften – ‚dies war nichts für mich‘. Ich nutzte jede Gelegenheit, um Gala in einem gequälten Ton, der sie sichtlich irritierte, zu wiederholen: ‚Denke vor allem daran, daß wir versprochen haben, einander niemals weh zu tun!'“ (S. 293)

(Aus Salvador Dalis „Das geheime Leben des Salvador Dali“.)

Rückeroberung I

Beinahe hätte ich meiner jüngsten Tablet-Zeichnung den martialisch klingenden Titel „Beginn der Rückeroberung des Bildraums für die Malerei durch digitale Verbände am 11. Januar 2018“ gegeben. Ich nahm mich zusammen und fasste mich kurz. Der Titel lautet jetzt „Rückeroberung I“, was neben der lakonischen Kürze den Vorteil der refenziellen Ambiguität hat.

Tablet-Zeichnung am 10./11.1.2018

 

Daily Dali 25 – Von Krankheit, Narrheit und Narrheiten

„Es ist eigenartig, daß ich jedesmal, wenn ich Leute zu lange über die Französische Revolution reden hörte, am folgenden Tag krank wurde.“ (S. 261)

„Ein Mensch, der wirklich Herr der Lage ist, wird niemals krank, selbst wenn sein Organismus zunehmend geschwächt, erschöpft und anfällig wird.“ (S. 265)

Nach einer Halluzination, bei der er eine Frau auf seinem Bett sitzen sieht, umwirbt Dali das Irrationale und kultiviert seine zunehmende psychische Abnormität: „Später, als ich einsah, daß die Früchte dieser Narrheit mein Leben in Unordnung zu bringen drohten, und so stark wuchsen, daß es schien, sie könnten mir die Luft zum Atmen nehmen, verstieß ich die Narrheit mit heftigen Tritten und unternahm einen Kreuzzug, um meinen ‚Lebensraum‘ zurückzuerobern. […] Das ‚Irrationale‘ also, das ich zunächst mit allen einer echten Gottheit gebührenden Ehren und Zeremonien behandelte, verwarf ich bereits nach einem Jahr völlig.“ (S. 271)

Die Surrealisten mit in den von ihm zelebrieten Untergang des Irrationalen zu reißen, gelingt Dali nicht. Diese zerstören sich, so Dali, vielmehr selbst durch „ihre politische Befangenheit wie durch ein Krebsgeschwür“. „Ich sah, daß ich fortan ohne jede Hilfe würde siegen oder untergehen müssen.“ (S. 271, Anmerkung)

Um 1929 zuhause in Figueras und Cadaquès: „In meiner Liebe zur Ausstaffierung hatte meine Zeit in Madrid wirklich ihre Spuren hinterlassen. In meinem Zimmer war ich immer vollkommen nackt, aber sobald ich im Dorf etwas zu besorgen hatte, brachte ich eine ganze Stunde damit zu, mich herauszuputzen, bekleisterte mein Haar mit Pomade, rasierte mich mit manischer Sorgfalt, trug immer frisch gebügelte weiße Hosen, extravagante Sandalen und reinseidene Hemden. Ich trug auch eine Halskette aus falschen Perlen und am Handgelenk ein Band aus Metallbrokat. Für den Abend hatte ich mir nach eigenem Entwurf Hemden aus festerem Stoff anfertigen lassen mit tiefem Ausschnitt und weiten Ärmeln, die mir ein ganz und gar feminines Aussehen gaben.“ (S. 275)

Dali hat sich mit Paul Eluard, dessen Frau Gala und einigen Surrealisten-Freunden zum Schwimmen verabredet und macht sich dafür zurecht. Seiner Zeit weit voraus, schneidet er sein bestes Hemd unten ab und reißt Löcher hinein: „Nachdem ich das Hemd an allen geeigneten Stellen zerrissen hatte, stand ich vor dem großen Problem der Gestaltung des Hemdkragens: Sollte ich ihn offen oder geschlossen lassen? Keins von beiden. Ich schloß den obersten Knopf, schnitt aber den Kragen mit einer Schere ganz ab. Das schwierigste Problem war jedoch die Badehose, die mir zu modisch vorkam und unmöglich zu jener Mischung aus bettelarmem Maler und exotischem Araber, die ich aus mir zu machen versuchte, paßte. Da kam mir der Gedanke, die Badehose umzudrehen. Sie war mit weißer Baumwolle gefüttert, die durch die Oxydierung meines Gürtels mit Rostflecken verfärbt war.
xxxxxWas sonst konnte ich noch zu dem notgedrungen begrenzten ‚Thema‘ eines Schwimmkostüms beitragen? Aber ich hatte ja gerade erst angefangen.“
xxxxxEs wurde dann eine Kreation aus Kleidungsfragmenten, Wunden und Blut, umweht von einem Parfum aus Fischleim, Ziegenmist und Lavendelöl, das dem „anmaßend potente[n] Duft eines Widders“ ähnelte, der auch an diesem Morgen in Mitten seiner Herde an Dalis Fenster vorbeigezogen war. (S. 276 ff.)

(Aus Salvador Dalis „Das geheime Leben des Salvador Dali“.)

Daily Dali 24 – Salvador in der Métro und im Kino

„In dieser Gruppe [junge Maler, die der Kunsthändler Pierre Loeb unter Vertrag hatte, L. R.] meinem Gedächtnis vollkommen entschwundener Gesichter war die einzige Persönlichkeit der Maler Pavel Tchelitchew; auf dem Heimweg war er derjenige, der mich in die erste Métro bugsierte, die ich in meinem Leben benutzt habe. Um nichts in der Welt wollte ich sie betreten. Meine Furcht ließ ihn so herzlich lachen, daß seine Augen in Tränen schwammen. Als er mir ankündigte, er müsse eine Station vor der meinen aussteigen, klammerte ich mich verängstigt an seinen Mantel. ‚Sie steigen an der nächsten Haltestelle aus‘, wiederholte er mir mehrfach. ‚Sie sehen das Schild Ausgang in großen Buchstaben. Dann gehen Sie ein paar Stufen hoch und hinaus. Im übrigen brauchen Sie nur den Leuten zu folgen, die mit Ihnen aussteigen.‘
xxxxxUnd wenn niemand ausstieg?
xxxxxIch kam an, steig hoch und ging hinaus. Nach dieser schrecklichen Bedrückung in der Métro kam mir alles ganz leicht vor. Tchelitchew hatte mir soeben den Weg durch den Untergrund gezeigt, und damit genau die Formel für meinen Erfolg. Von nun an sollte ich immer die okkulten, esoterische Untergrundbahnen des Geistes benutzen.“ (S. 258)

Le chien andalou [Film mit Luis Buñuel (1928), L. R.] war der Film von Jugend und Tod, den ich dem geistreichen, eleganten und intellektualisierten Paris mit der ganzen Realität und der vollen Wucht des iberischen Dolchs mitten ins Herz stoßen wollte, dessen Heftholz aus dem blutroten, versteinerten Boden unserer Vorgeschichte gewachsen und dessen Klinge in den inquisitorischen Flammen der Heiligen Katholischen Inquisition geschmiedet ist unter den Lobgesängen des glühenden Stahls der Auferstehung des Fleisches.“ (S. 259)

„Der Film hatte den von mir gewünschten Erfolg. Meiner Voraussage gemäß drang er wie ein Dolch in das Herz von Paris. An einem einzigen Abend machte unser Film ein Jahrzehnt pseudo-intellektuellen Nachkriegs-Avantgardismus zunichte.
xxxxxDiese Gemeinheit, die man so konkret abstrakte Kunst nennt, fiel uns tödlich verwundet vor die Füße, um nie wieder aufzustehen, nachdem sie gesehen hatte, wie ‚das Auge eines Mädchens von einer Rasierklinge durchschnitten wird‘ – so begann der Film. Es war kein Platz mehr in Europa für die manischen Rechteckchen von Herrn Mondrian.“ (S. 260)

„Der chien andalou lenkte mich von meiner gesellschaftlichen Karriere ab, in die mich Joan Miró gerne eingeführt hätte.
xxxxx‚Ich fange lieber mit verwesten Eseln an‘, sagte ich zu ihm. ‚Das ist das Dringlichste; das andere kommt dann von selbst.‘
xxxxxIch täuschte mich nicht.“ (S. 261)

(Aus Salvador Dalis „Das geheime Leben des Salvador Dali“.)

Hier geht’s zum „Andalusischen Hund“.

Daily Dali 23 – Picasso, Bordelle, Miró

„Als ich Picassos Wohnung in der Rue de la Boétie [in Paris im April 1926, L. R.] betrat, war ich so tief bewegt und voller Respekt, als sei ich beim Papst in Audienz.
xxxxx‚Ich bin zu Ihnen gekommen, bevor ich den Louvre besuchte‘, sagte ich.
xxxxx‚Daran tun Sie recht‘, antwortete er.
xxxxxIch hatte in kleines, sorgfältig verpacktes Gemälde mitgebracht, Das Mädchen aus Figueras. Er schaute es sich mindestens fünfzehn Minuten lang ohne irgendeinen Kommentar an. Danach stiegen wir ein Stockwerk hinauf, wo mir Picasso zwei Stunden lang zahlreiche seiner eigenen Bilder zeigte. Er ging hin und her, zog große Leinwände hervor und stellte sie auf die Staffelei. Dann holte er aus einer Unmenge von reihenweise an die Wand gelehnten Leinwänden weitere herbei. Ich sah, daß er sich besonders große Mühe gab. Vor jeder Leinwand warf er mir einen Blick von solcher Lebhaftigkeit und Intelligenz zu, daß ich erzitterte. Ich schied von ihm, ohne meinerseits den geringsten Kommentar geäußert zu haben.
xxxxxZuletzt, als wir uns auf dem Treppenabsatz verabschiedeten, tauschten wir einen Blick miteinander, der genau folgendes ausdrückte:
xxxxx‚Haben Sie verstanden, was ich will?‘
xxxxx‚Ich habe verstanden!'“ (S. 253 f.)

„Für mich muß […] Erotisches immer häßlich, Ästhetisches immer göttlich und der Tod schön sein.“ (S. 255)

1928 zum zweitenmal Paris angekommen, lässt sich Dali als erstes von einem Taxifahrer verschiedene Bordelle zeigen:
xxxxx„Gefiel mir auch die Innenausstattung der Bordelle über die Maßen, die in ihnen angebotenen Mädchen schienen mir unangemessen. Ihre nüchterne und vulgäre Art stand genau im Gegensatz zu dem Muster an Eleganz, das die Grundbedingung meiner libidinösen Phantasien bildet. Ich schlug das Bannkreuz über diese Mädchen, die so gewöhnlich waren, daß sie, wenn auch vielleicht schön, stets, ganz gleich zu welcher Zeit, mit einer Miene im Salon erschienen, als bedauerten sie, daß man sie gerade aus dem Schlaf gerissen habe, den sie nun noch zwischen den Zähnen kauten. Man konnte also nur die durch das Dekor geschaffene Atmosphäre genießen und sich äußerstenfalls als ‚Gehilfin‘ eine jener Kreolinnen vom Dienst mit dem tierischen Dauerlächeln nehmen. Man hätte sich die Frauen woanders suchen und hierher bringen sollen.“ (S. 255)

Joan Miró führt Dali in die Pariser Künstler-Szene ein:
xxxxx„Die Rechnung im Bateau Ivre bezahlte Miró mit einer Lässigkeit, um die ich ihn beneidete; dann gingen wir nach Hause, wir beide allein. ‚Es wird hart für Sie werden‘, sagte er zu mir, ‚aber lassen Sie sich nicht entmutigen. Reden Sie nicht zu viel (da begriff ich, daß sein Schweigen vielleicht nur Taktik war), und versuchen Sie, etwas Sport zu treiben. Ich habe einen Boxlehrer und trainiere jeden Abend.‘
xxxxxZwischen den einzelnen Sätzen pflegte er den Mund zu einem Ausdruck von Energie zusammenzuziehen.
xxxxx‚Morgen werden wir Tristan Tzara, den einstigen Führer der Dadaisten, besuchen. Er hat viel Einfluß. Vielleicht wird er uns zu einem Konzert einladen. Das müssen wir ablehnen. Musik müssen wir meiden wie die Pest.‘
xxxxxEr schwieg eine Weile, dann begann er erneut zu sprechen.
xxxxx‚Das Wichtigste im Leben ist, hartnäckig zu sein. Wenn bei meinen Bildern nicht das Erwartete herauskommt, stoße ich meinen Kopf vor Wut gegen die Wand, bis er blutig ist.‘ Als er ging, rief er mir ein ‚Salud!‘ über die Schulter zu.“ (S. 257)

(Aus Salvador Dalis „Das geheime Leben des Salvador Dali“.)

Daily Dali 22 – Figueras, Madrid, Figueras – Paris?

Im Oktober 1924 kehrte Dali für ein Jahr ins katalanische Figueras zurück. Der Grund dafür war sein befristeter Ausschluss aus der Akademie in Madrid:
xxxxx„Jetzt aber stand ich früh auf, und desto kraftvoller äderte mein Stift mit harter Spitze das Papier, um den Grundstrom meiner Gedanken darauf zu übertragen; je mehr ich allen Versuchungen des Körpers zu widerstehen vermochte, desto besser konnte ich die Kräfte meiner Libido kanalisieren und mit ihnen die Streitkräfte für den Kampf, Widerstand und Triumph im Kreuzzug der Intelligenz anschwellen lassen, welcher mich eines Tages zur Eroberung des Königreichs meiner eigenen Seele führen sollte; je mehr ich mich auslaugte und meinen Körper zu verleugnen verstünde, desto schneller würde ich altern.
xxxxxAm Ende des außerordentlich heißen Sommers war ich zum Skelett abgemagert. […] Ich war tatsächlich eine Art Ungeheuer, das anatomisch nur aus Auge, Hand und Hirn bestand.“ (S. 246)

„Eines Abends [Dali ist seit Ende 1925 wieder in Madrid, L. R.] mußte ich mir die vertraulichen Mitteilungen eines Künstlers anhören, der meine Kunst aufrichtig bewunderte. Naiv und ohne die geringste Zurückhaltung schüttete er mir sein Herz aus, wobei die Einzelheiten seiner Lebensgeschichte einen Fall geistiger Armut offenbarten, die seiner geldlichen Bedrängnis ebenbürtig war.“ (S. 248 f.)

„Nach einem Jahr voller Libertinismus teilte man mir meine endgültige Ausweisung aus der Kunstakademie mit. Diesmal erschien die Sache in einer amtlichen Verlautbarung am 20. Oktober 1926 in La Gaceta, als eine vom König unterzeichnete Anordnung.“ (250)

„An einem Nachmittag preßte ich bis zum letzten Tropfen die ganze Substanz dieser Stadt [Madrid, L. R.] aus, in der es keine Übergänge zwischen dem Volk, der Aristokratie und der Vorgeschichte gibt. Sie leuchtete in dem verkürzenden, durchsichtigen Oktoberlicht wie ein ungeheurer, entfleischter Knochen in leicht blutig-rosa gefärbten Tönen.“ (250)

„Ich beteiligte mich an mehreren Gruppenausstellungen in Madrid und Barcelona und hatte eine Einzelausstellung in der Galerie Dalmau – dieser Galerist war der Patriarch des Avantgardismus in Barcelona und sah aus, als sei er soeben einem Gemälde El Grecos entstiegen.
xxxxxDiese ganze Aktivität [nach 1926, Dali ist ungefähr 23 Jahre alt, L. R.], während der ich keine Sekunde lang mein Atelier in Figueras verließ, erregte die Gemüter zutiefst, und die durch meine Werke ausgelöste Polemik drang bis an die aufmerksamen Ohren von Paris. Picasso hatte mein Mädchen von hinten in Barcelona gesehen und sehr gelobt. In der gleichen Angelegenheit empfing ich einen Brief von Paul Rosenberg mit der Bitte um Photos, die ich ihm aber aus reiner Nachlässigkeit nicht schickte. Ich wußte, daß ich am Tage meiner Ankunft in Paris sie alle mit einem Griff in die Tasche stecken würde. Eines Tages erhielt ich ein Telegramm von Miró, der im damaligen Paris schon recht berühmt war; er kündigte mir an, er werde mich in Begleitung seines Kunsthändlers Pierre Loeb in Figueras besuchen.“ (S. 252)
xxxxxWährend der Kunsthändler sich vorerst noch bedeckt hält, schreibt Joan Miró (so kann man es jedenfalls bei Dali lesen) an den Vater: „Ich bin absolut überzeugt, daß Ihr Sohn eine glänzende Zukunft hat!“

(Aus Salvador Dalis „Das geheime Leben des Salvador Dali“.)

Daily Dali 21 – Die Rückenlinie ist nicht so wichtig

„Ich habe niemals im Leben eine sehr schöne Frau getroffen, die zugleich sehr elegant war, da das eine das andere per definitionem ausschließt. In der eleganten Frau zeigt sich immer ein gesuchter Kompromiß zwischen ihrer Häßlichkeit, die nicht zu groß sein darf, und ihrer Schönheit, die ‚evident‘ sein muß, aber eben nur evident und kein bißchen mehr. Die elegante Frau kann und muß ohne jene Schönheit des Angesichts auskommen, deren fortwährendes Strahlen wie ein ständiges Trompetensignal ist. Wenn also das Gesicht der eleganten Frau sein exaktes Quantum Stigmata der Häßlichkeit, Ermattung und Unausgeglichenheit (die zusammen mit der Arroganz ihrer ‚Eleganz‘ die faszinierende und eindrucksvolle Kategorie des fleischlichen Zynismus bilden) besitzen muß, so wird die elegante Frau andererseits notwendiger- und unvermeidlicherweise Hände, Arme, Füße und Achselhöhlen von übertriebener Schöhnheit und größtmöglichem Exhibitionismus haben müssen.
xxxxx[…] Sie meinen, daß die Linie der Schultern von größter Bedeutung ist? Das stimmt nicht. Ich gestatte dieser Linie alle Freiheiten, und gleichgültig wie sehr und auf welche Weise sie mich aus der Fassung bringen sollte, ich wäre ihr dankbar.
xxxxxDer Ausdruck der Augen, ja – sehr wichtig; er muß sehr, sehr intelligent sein oder doch so aussehen. Eine elegante Frau mit einem dümmlichen Blick ist undenkbar; andererseits ist einer vollkommenen Schönheit nichts angemessener. Die Venus von Milo ist dafür das beste Beispiel.“ (S. 236 ff.)

„Die elegante Frau muß im übrigen unter der totalen Tyrannei ihrer Eleganz stehen, und ihre Kleider und Juwelen, ihr hauptsächlicher Daseinsgrund, müssen gleichzeitig der Hauptgrund für ihre Erschöpfung und ihr Dahinschwinden sein.“ (S. 238)

„Ja, darauf hatte ich es abgesehen – blasierte, reiche und luxuriöse Geringschätzung.“ (S. 238)

„Stets neue Vorfälle, mehr oder weniger wild, mittelmäßig oder erhaben, werden sich im Zusammenhang mit Kirschen und mit Krücken mein ganzes Leben lang ereignen, bis ich sterbe.“ (S. 241 f.)

„aus Mangel an paranoischer Inspiration“ (S. 242)

Als an der Kunstakademie ein neuer Professor für Malerei eingestellt werden soll: „Ich hätte einen richtigen alten Traditionalisten vorgezogen. Aber das war eine Klasse von Leuten, die verschwunden war, die man völlig ausgerottet hatte.“ (S. 242)

Als vermeintlicher Anführer einer kleinen Revolte an der Madrider Kunstakademie wird Dali für ein Jahr von der Akademie ausgeschlossen. Nach seiner Rückkehr nach Katalonien steckt man ihn dort unter dem Verdacht, ein anarchistisch-monarchistischer Revolutionär zu sein, für ein paar Wochen ins Gefängnis:
xxxxx„Die Zeit der Haft gefiel mir maßlos. Natürlich war ich bei den politischen Gefangenen, und deren Freunde, Glaubensgenossen und Verwandte überhäuften uns mit Geschenken. Jeden Abend tranken wir sehr schlechten heimischen Sekt. […]; ich ließ die Madrider Erlebnisse an mir vorüberziehen und zog aus jedem Vorfall und jeder Einzelheit die philosophischen Konsequenzen. Ich war glücklich, denn ich hatte soeben die Landschaft der Ebene von Ampurdán wiederentdeckt; und während ich durch die Gitterstäbe des Gefängnisses von Gerona auf die Landschaft blickte, erkannte ich plötzlich, daß ich es endlich geschafft hatte, ein wenig zu altern. Das war alles, was ich begehrte, und nur das hatte ich ja mehrere Tage lang aus meinem Madrider Leben herausreißen und herauspressen wollen. Es war schön, sich ein bißchen älter zu fühlen und zum ersten Mal in einem ‚richtigen Gefängnis‘ zu sein. Und für die Dauer dieses Aufenthaltes konnte ich mich endlich einmal so richtig entspannen.“ (S. 244)

Daily Dali 20 – Rückendeckung ist wichtig

„Ich vertrat die Position, daß Glück oder Unglück eine ultra-individuelle Angelegenheit sei, die nichts mit der gesellschaftlichen Struktur, dem Lebensstandard oder den politischen Rechten der Menschen zu tun habe. […] Wenn das Glück überhaupt irgendeine Instanz etwas anginge, dann die Religion! Herrscher sollten sich darauf beschränken, ihre Macht mit einem Höchstmaß an Autorität auszuüben; und das Volk solle diese Herrscher entweder stürzen oder sich ihnen unterwerfen. Aus solcher Aktion und Reaktion könne eine spirituelle Form oder Struktur entstehen – und keine rationale, mechanische, bürokratische Organisation, die geradewegs zu Entpersönlichung und Mittelmäßigkeit führt.“ (S. 228)

„Nachdem ich das italienische Restaurant verlassen hatte, kehrte ich zum Studentenwohnheim zurück, um mehr Geld zu holen. Was ich morgens mitgenommen hatte, war auf wundersame Weise ausgegeben. Geld zu bekommen war einfach. Ich ging in die Geschäftsstelle des Heims, sagte, wieviel ich haben wollte und unterschrieb eine Empfangsbestätigung.“ (S. 229)

„Ich habe immer für Gewohnheiten geschwärmt, und wenn etwas erfolgreich gewesen ist, bin ich imstande, es für den Rest meines Lebens beizubehalten.“ (S. 229)

„Leerer Raum in meinem Rücken ruft bei mir immer ein so unangenehmes Gefühl der Beklemmung hervor, daß ich unmöglich arbeiten kann. Ein Wandschirm reicht nicht aus, ich brauche eine richtige Wand. Wenn die Wand sehr dick ist, dann weiß ich schon im voraus, daß meine Arbeit erfolgreich sein wird.“ (S. 236, Anmerkung)

(Aus Salvador Dalis „Das geheime Leben des Salvador Dali“.)

Daily Dali 19 – Er war phänomenal

„Der Himmel über Madrid war von einem zerschmetternden Blau, und die Backsteinhäuser waren blaßrosa wie ein Seufzer voll herrlicher Versprechen. Ich war phänomenal. Ich war phänomenal.“ (S. 225 f.)

(Aus Salvador Dalis „Das geheime Leben des Salvador Dali“.)

Daily Dali 18 – An der Madrider Kunstakademie

„Trotz meiner reichlich vorhandenen anfänglichen Begeisterung war ich schnell vom Lehrkörper der Kunstakademie enttäuscht. Ich begriff sofort, daß jene alten, mit Ehren und Auszeichnungen überhäuften Professoren mir nichts beibringen konnten. Das lag nicht an ihrem Akademismus oder ihrem Philistertum, sondern im Gegenteil an ihrer für alles Neue empfänglichen Fortschrittlichkeit. Ich hatte Schranken erwartet, Strenge, Wissenschaft. Man bot mir Freiheit, Faulheit, Annäherungen!“ (S. 196)

„Wieviel Zeit, wieviele Revolutionen, wieviele Kriege wären nötig, um die Menschen an jene oberste, reaktionäre Wahrheit zu erinnern, daß ‚Strenge‘ die Hauptbedingung für jede Hierarchie und Zwang das Wesen der Form ist. Professor für Malerei – Professor! Oh du Narr! Solange ich lebe, war meine Lage stets objektiv paradox – ich, der ich damals der einzige Maler in Madrid war, der kubistische Bilder verstehen und malen konnte, forderte von den Professoren Strenge, Wissen und die genaueste Zeichen-, Perspektiv- und Farblehre.“ (S. 197)

„Die Studenten hielten mich für einen Reaktionär, einen Feind des Fortschritts und der Freiheit. Sie nannten sich selbst Revolutionäre und Neuerer, weil sie plötzlich malen durften, wie es ihnen Spaß machte“. (S. 197)

„Alle machten sich über einen alten Professor lustig, der als einziger sein Geschäft gründlich verstand und außerdem als einziger ein echtes Berufswissen und -gewissen besaß. Ich selbst habe später oft bedauert, seinen Ratschlägen nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt zu haben. Er war in Spanien sehr berühmt und hieß José Moreno Carbonero.“ (S.197 f. – Hier sein Wikipedia-Eintrag.)

„Aber die Professoren konnten sich nicht dazu durchringen, mich als ‚geborenen Künstler‘ anzusehen. ‚Er ist sehr ernsthaft‘, sagen sie, ‚er ist klug und erfolgreich in allem, was er sich vornimmt. Aber er ist eiskalt, seinen Arbeiten fehlt das Gefühl, er hat keine Persönlichkeit, er ist zu verstandesbetont. Vielleicht ein Intellektueller, aber Kunst muß aus dem Herzen kommen!‘ Wartet nur, wartet, dachte ich dann immer tief in meinem Innersten, ihr werdet bald merken, was Persönlichkeit ist!“ (S. 198 f.)

König Alfons XIII. hat seinen Besuch angekündigt: „Eine Woche vorher begann ein gründlicher Hausputz, der die Akademie aus einem fürchterlich heruntergekommenen Zustand in einen fast normalen versetzte. Ein sorgfältiger Schlachtplan wurde entwickelt, wie man das Aussehen der Königlichen Akademie verändern könne, und eine Reihe schlauer Tricks ausprobiert. Während der König die verschiedenen Klassen besuchte, sollten die Studenten über Innentreppen von einem Raum in den nächsten laufen und dort jeweils mit dem Rücken zur Tür ihre Plätze einnehmen, ehe der König einträfe, damit er den Eindruck hätte, daß es viel mehr Studenten gebe als es tatsächlich gab. Die Zahl der Schüler war damals sehr gering, und die großen Räume wirkten immer verlassen. Die Verwaltung tauschte auch die Aktmodelle – junge, aber sehr arme und nicht sehr ansehnliche Geschöpfe, denen man Hungerlöhne zahlte – gegen ganz entzückende Mädchen, die sonst sicher sehr viel sinnlichere Berufe ausübten. Man firnißte die alten Gemälde, brachte Vorhänge an und schmückte das Haus mit Grünpflanzen und allem möglichen anderen Zierrat.“ (S. 199)

„Alles, was mein Verstand nicht auf klare, schnelle Weise lösen konnte, rief in mir ein Gefühl tiefer Niedergeschlagenheit hervor, das sich oft wirklich zu einem bösen Tagtraum auswuchs.“ (S. 205)

„Zu jener Zeit hatte ich gerade angefangen, Sigmund Freuds Traumdeutung zu lesen. Dieses Buch erschien mir als eine der Hauptentdeckungen meines Lebens, und mich befiel eine wahre Sucht nach Selbstanalyse; ich interpretierte nicht nur meine Träume, sondern alles, was mir passierte, wie zufällig es auf den ersten Blick auch aussehen mochte.“ (S. 205, Anmerkung)

Dali war auf die ihm eigene Weise konsequent: Warum mit dem Mittel der Traumanalyse nicht auch das eigene Leben jenseits der Träume einer Traumdeutung unterziehen? Kommen einem die Resultate plausibel vor? Je plausibler desto Paranoia. Gefährliches Terrain.

(Aus Salvador Dalis „Das geheime Leben des Salvador Dali“.)

Daily Dali 17 – Von den Scheren und Lichtschwertern des Ruhms im kompromisslosen Kampf gegen den Tod

„Zu der Zeit [ca. 1920, Dali war ungefähr 16 Jahre alt, L. R.] hatte ich eine Schwäche für das, was ich Juan Gris‘ ‚Kategorischen Imperativ der Mystik‘ nannte. Ich entsinne mich, daß ich meiner Geliebten oft dunkle Verkündigungen machte, etwa: ‚Der Ruhm ist ein glänzendes, spitzes, schneidendes Ding, wie eine geöffnete Schere‘.“ (S. 185)

„Im Zentrum meines Hirns glänzte der Ruhm wie eine geöffnete Schere! Arbeite, Salvador, arbeite; denn wenn du für die Grausamkeit [damals insbesondere gegenüber der ungeliebten Geliebten, L. R.] begabt bist, bist du es auch für die Arbeit.“ (S. 186)

„Eins wußte ich ganz genau: Ich mußte durch den Kubismus, um ihn ein für allemal aus meinem System zu verbannen – und währenddessen könnte ich vielleicht wenigstens zeichnen lernen!“ (S. 186)

„Mein Leben war eine dauernde, wilde Bestätigung meiner wachsenden, imperialen Persönlichkeit, jede Stunde war ein neuer Sieg des ‚Ego‘ über den Tod. Andererseits sah ich um mich herum überall nur Kompromisse mit diesem Tod. Nichts für mich! Mit dem Tod würde ich nie einen Kompromiß schließen.“ (S. 187)

„Unerwartet starb meine Mutter [im Februar 1921, Dali war noch keine 17 Jahre alt, L. R.], und das war der schlimmste Schlag, den ich in meinem Leben erfahren hatte. Ich vergötterte sie; ihr Bild schien mir einzigartig. Ich wußte, daß die moralischen Werte ihrer frommen Seele hoch über allem Menschlichen standen, und konnte mich nicht mit dem Verlust eines Wesens abfinden, auf das ich mich verließ, wenn ich die uneingestandenen Fehler meiner Seele unsichtbar machen wollte – sie war so gut, daß ich glaubte, es werde ‚auch für mich reichen‘. Sie liebte mich so vollkommen und war so stolz auf mich, daß sie nicht unrecht haben konnte – auch meine Schlechtigkeit mußte etwas Wunderbares sein! Der Tod meiner Mutter kam mir als Affront des Schicksals vor – so etwas durfte mir nicht geschehen – weder ihr noch mir! Ich fühlte, wie mitten in meiner Brust die tausendjährige Libanonzeder der Rache ihre gewaltigen Äste ausbreitete. Weinend und mit zusammengebissenen Zähnen schwor ich mir, mit den Lichtschwertern, die eines Tages meinen ruhmreichen Namen umstrahlen würden, meine Mutter dem Tod und dem Schicksal zu entreißen!“ (S. 187)

Salvador Dalis Vater, von Beruf Notar, schreibt am 31.12.1925: „mein Sohn hat Talent zur Malerei und nur zur Malerei“, womit er nicht ganz recht hatte, denn sein Sohn hatte wohl auch Talent zur Philosophie und zur Schriftstellerei. In seinem Vorwort zu einer Art Presseartikel-Sammelmappe unterscheidet der Vater zwischen dem Künstler und dem Bürger Salvador Dali – und versteht Bürger als Synonym zu Mensch.

(Aus Salvador Dalis „Das geheime Leben des Salvador Dali“.)

Salvador Dali: Porträt der Mutter des Künstlers (Dofia Felipa Dome Domenech De Dali), 1920, Öl auf Leinwand, 40,1 x 27,2 cm