9. Juli 2017

Kein Lichtblitz im Detektormaterial, sondern ein Astblitz, aber vielleicht gibt es strukturelle Ähnlichkeiten. © Lothar Rumold

Die Welt als ganzes ist die Spur einer Substanz, die sich beim vermeintlichen Näherkommen unserer Beobachtung wie unseren Begriffen entzieht, ganz gleich, ob wir sie summarisch Gott oder fragmentarisch Teilchen – oder neuerdings vielleicht dark matter nennen. Das Substanzielle erwiese sich als das Nicht-Fassbare schlechthin, wären da nicht die Spuren, die Zeugnis ablegen von seiner Existenz. Die Offenbarung nach Johannes ist als Spur der mystischen Substanz in einem Atemzug zu nennen mit dem Lichtblitz im Detektormaterial, der, wie man sagt, Rückschlüsse auf passierende kosmische Teilchen zulasse.
xxxxxSpuren sind das, was eine Zeitlang bleibt, wenn das Etwas, das die Spur hinterlassen hat, selbst schon nicht mehr da ist – falls es denn je da war. Sie sind weder etwas, noch sind sie nichts. Spuren sind real als eine Ahnung von Sein, als Anlass für Vermutungen, Vorwand für Spekulationen. Das macht sie mir sympathisch.

(Aus meinem sich noch im Versuchsstadium befindenden „Versuch über die Spur“.)