8. Juli 2017


Es geschah schon vor vier Tagen: Schatten-Krawall am späten Nachmittag auf der nach Westen weisenden Konzerthaus-Wand.

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Es geschah sogar schon vor bald zwei Jahren: Im Jahresbericht 2015/16 der Hochschule für Gestaltung (HfG) in Karlsruhe wurde ein Gespräch abgedruckt zwischen dem damals ziemlich neuen Rektor (und Nachfolger von Peter Sloterdijk) Siegfried Zielinski und Peter Weibel von nebenan – Weibel ist Leiter des im selben Gebäude untergebrachten Zentrums für Kunst und Medientechnologie (ZKM). Die jetzt neu veröffentlichte gekürzte und redigierte Fassung des Gesprächs könnte einen fassungslos machen, wenn man im Zusammenhang mit HfG und ZKM nicht ohnehin auf alles gefasst wäre.
xxxxxAls wichtiges Ziel seiner Bemühungen gibt Zielinski an, im Rahmen eines noch zu entwickelnden Studiengangs noch zu generierende Forschungsfelder „ganz gezielt“ (!) mit noch zu generierenden Entwicklungen zusammenzubringen „und wechselseitig fruchtbar zu machen.“ Er hält das, logisch folgerichtig, „für eines der stärksten Projekte der Zukunft.“
xxxxxHat man da noch Töne? Nein. Aber die wird Peter Weibel bald haben und zur Verfügung stellen, wenn die „Sonifizierung von Zellen“ zu ersten Resultaten geführt haben wird: „Es kann nicht sein,“ meint er nämlich, „dass die KünsterInnen bei den alten Instrumenten bleiben.“ Und den zukunftsweisenden Ausführungen seines Kollegen Zielinski schließt er sich an mit den Worten: „[…] es muss […] die Bereitschaft da sein, ein Wagnis, ein Risiko einzugehen – auch wenn wir keine Garantie dafür haben, dass das, was wir machen, erfolgreich sein wird.“