5. Juli 2017

Und immer wieder Bambus, Tablet-Zeichnung, 5.7.2017, © Lothar Rumold

Da ich voraussichtlich noch für längere Zeit praktisch der einzige Leser meines Journals sein werde, notiere ich heute (thematisch etwas außer der Reihe) das Folgende relativ bedenkenlos zu meiner persönlichen Unterhaltung.
xxxxxLas heute in Thomas Manns Tagebuch unter dem 5.7.1919 dieses ergötzliche Gejammer: „Ich ersticke in Briefschulden, verliere die Nerven unter den Dringlichkeiten und Zudringlichkeiten der Welt.“ (Dies ein Hinweis darauf, was unter „Welt“ zu verstehen sein könnte, wenn Peter Sloterdijk in Nach Gott schreibt, der modernisierte Gott sei der „Wille zur Welt“.) Das hält den Mann aber nicht davon ab, „tagüber [sic] fleißig in Spenglers Buch“ Der Untergang des Abendlandes zu lesen, spazieren zu gehen, nachmittags im Garten zu schlafen und sich dann mit der erweiterten Familie um den „Thee“-Tisch zu versammeln. Zusammenfassend notiert der Bedauernswerte: „Geht man ein paar Abende hintereinander aus und kommt spät zu Bett, so fällt man in Verzweiflung.“

Die Tablet-Zeichnung des Tages ist die erste, die ich mit Hilfe eines speziellen Tablet-Stifts (und nicht mit dem rechten Mittelfinger) gemacht habe. Nein, ich war nicht bei Saturn, sondern meine treu sorgende Ehefrau ist im Billig-Wunderland gewesen, in diesem tollen Krimskrams-Laden, der alles hat, was die vielen anderen auch haben, nur besser und billiger. Der Stift etwa hat 1 Euro gekostet.