3. August 2017

Auch heute soll hier natürlich wieder von Schönheit die Rede sein, das heißt für dieses Mal davon, wie wir gerade im Begriff sind, moralisch schön zu sterben. In Betragen haben wir nämlich eine Eins. In zu vielen anderen Fächern liegen wir dagegen im weltweiten Vergleich (→ Artikel von Gunnar Heinsohn) zwischen einer Drei-bis-Vier und einer Fünf. Die Erzählung vom Untergang des Abendlandes ist versehen mit einer Unzahl von mathematisch-statistischen Anmerkungen, deren kollektive Nicht-Beachtung natürlich nicht unter „Fake-News“ fällt. Demnach scheint alles in Ordnung zu sein. Wer keine Ahnung hat, dass er sich, indem er gräbt und gräbt, sein eigenes Grab schaufelt, dem kann man nicht vorwerfen, er handle wider besseres Wissen. Aufklärung sei das Schlussmachen mit der selbstverschuldeten Ahnungslosigkeit, hat Kant ungefähr gesagt. Jetzt müsste man sich nur noch dazu entschließen, mit seiner Ahnungslosigkeit Schluss zu machen. Ein wenig Aufgeklärtheit wär da wohl von Nutzen. Ein Teufelskreis.

Tablet-Zeichnung „Gabis Schirm“, 3.8.2017, © Lothar Rumold