25. November 2017

Ein Schriftsteller, dem ich kürzlich per E-Mail eine meiner Apfel-Zeichnungen – eine eher minimalistische – geschickt habe, hat mir geraten, den Apfel nicht mehr anzurühren (also nicht in Perfektionierungs-Absicht weiter daran herumzustricheln), sonst beginne er womöglich nach mir zu riechen und werde von der Mutter aller Äpfel oder Apfelbäume nicht mehr als etwas an- oder wiedererkannt, das von ihrem Stamm gefallen sei und somit zu Recht als Apfel bezeichnet werde. So habe ich ihn jedenfalls verstanden. Ich finde, das ist ein sehr weiser Rat, der von intuitiven oder aus anderen Gründen vorhandenen Einsichten in die Natur der handgemachten Ab-Bilder zeugt. Was für den von mir gezeichneten Apfel gilt, wird auch in Bezug auf nachgemalte Porträts nicht unrichtig sein. Daher stelle ich die Arbeit an dem vor knapp zwei Wochen begonnenen Bild nach Cézanne heute ein und hoffe, dass es noch nicht zu sehr nach mir, sondern mehr nach sich selbst riecht.

Lothar Rumold: „Nach Paul Cézanne: ‚Hortense Fiquet dans un fauteuil rouge‘ (1877-78)“, 2017, Tablet-Zeichnung, 41:70