24. Juni 2017

Albrecht Dürer war auch Kunsttheoretiker, vielleicht sollte man aber besser sagen: ein Geometer im Auftrag der Kunst. Sein umfangreicher schriftlicher Nachlass enthält ebenso akribische wie langatmige Untersuchungen der Proportionen von Mann und Pferd, Frau und Säulenordnung. Nicht zu vergessen die Studien zur Perspektive. Aber auch über den Umgang mit Auszubildenden machte Dürer sich detaillierte Gedanken. Typisch deutsch. Was hätte wohl Michelangelo dazu gesagt, der schon die Beschäftigung mit der Perspektive als Zeitverschwendung ablehnte: „Alla prospettiva non, che mi pareva perdervi troppo tempo“.