23. September 2017

„Reflexzone 3“, Tablet-Zeichnung (23.9.2017)
„Reflexzone 4“, Tablet-Zeichnung (23.9.2017)

Diese Bilder sind nicht abstrakt, sondern abbildend oder darstellend gemeint, auch wenn sie sich von ähnlichen abstrakt oder nicht-darstellend gemeinten Bildern, wenn es sie gäbe (wahrscheinlich gibt es sie), kaum unterscheiden lassen würden. Dargestellt wird eine das einfallende Licht reflektierende, leicht bewegte Wasseroberfläche über bläulichem bzw. grünlichem Grund. Der Betrachter hat also nicht die Freiheit, sich für dieses oder jenes oder gar kein Bildthema zu entscheiden bzw. in den Bildern irgendetwas anderes zu sehen als eine leicht bewegte, das Licht reflektierende Wasseroberfläche über bläulichem bzw. grünlichem Grund. Tut er es dennoch, handelt er auf eigenes Risiko und muss selber zusehen, wie er mit seiner für mich fragwürdigen Entscheidung klar kommt. Wenn ich einen für Kunsthistoriker brauchbaren Kategorienamen vorschlagen sollte, würde ich diese und ähnliche Bilder (the best ist yet to come) dem „ungegenständlichen Naturalismus“ zuordnen. Gut fände ich auch: „abstrakter Naturalismus“, weil wir es dabei mit einem exemplarischen Fall von contradictio in adjecto zu tun hätten, was zum Denken zwingt (und also mit „zum Nachdenken anregen“ nichts zu tun hat). Die Verwendung dieses Terminus könnte aber zur Annahme verleiten, meine Bilder seien abstrakt gemeint, was ein Irrtum wäre. Denn wie gesagt: Diese Bilder sind nicht abstrakt, sondern abbildend oder darstellend gemeint. Auf meine Frage, was sie denn darstellen, wenn sie keine Gegenstände zeigen, antworte ich mir: Wahrnehmbares ohne Ding-Charakter.