23. Juli 2017

Es gibt einen von mir geschätzten Tagebuchschreiber, der behält „die Sonntage immer den Künsten“ vor. Ohne es mir zur Regel machen zu wollen, will ich am heutigen Sonntag quasi im Gegenzug eine eher allgemeine politische Bemerkung loswerden.
xxxxxWie ich (mittlerweile ohne Verwunderung) lese, hat die merkeltreu Medienpolizei den ehemaligen OB von München Christian Ude und den noch amtierenden OB von Tübingen Boris Palmer ins rechte Lager eingewiesen. Ude hat darauf richtig, also nicht mit einer halb empörten, halb verängstigten Abgrenzung gegen rechts, sondern mit der lakonischen Bemerkung reagiert, wenn Leute wie er und Palmer jetzt rechtsradikal seien, dann seien zwei Drittel der Deutschen rechtsradikal.
xxxxxJe mehr Menschen sich unter dem publizistischen Diktat, um nicht zu sagen: dem Meinungs-Terror der Medien im rechten Lager interniert finden, desto deutlicher wird erkennbar, dass die politischen Schand-Male „rechts“ und „rechtsradikal“ in den meisten Fällen auf nichts anderes hinweisen, als auf den am Ende erfolglosen Versuch, das allgemeine Abwandern „in jene Ecke, wo Wirtschaftsmathematik, Anthropologie und Statistik gelehrt werden“ (so der eingangs erwähnte Tagebuchschreiber heute), wenn nicht zu verhindern, so doch wenigstens zu verlangsamen.

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Nun aber doch noch etwas in Sachen Kunst und Künste. David Hockney beendet sein im Zwiegespräch mit Martin Gayford entwickeltes Buch A History of Pictures (2016) mit folgenden Sätzen: „People like pictures. They won’t go away. […] Drawing and painting will carry on […] because people need them. I’m quite convinced that painting will be big in the future. If the history of art and the history of pictures diverge, the power will be with the images. Nobody’s taking much notice of the avant-garde any more. They’re finding they’ve lost their authority.“ Und last not least: „People get the idea from time to time that everything is finishing. It doesn’t end at all; it just goes on and on and on.“