Der neue alte nackte Mann

Vor mehr als zwei Jahren habe ich damit angefangen und zwischenzeitlich immer mal wieder daran gearbeitet. Jetzt will ich ihn entweder fertig machen oder endgültig verwerfen.

Und wie ein missing link zwischen der Lorbeer-Hand „Daphne“ und der neuen alten Arbeit begegnete mir dann „zufällig“ diese Abbildung aus einem Lehrbuch des Londoner Astrologen und Arztes John Case, über dessen Haustür geschrieben stand: „Within this place / lives Doctor Case“. Mit diesem Zweizeiler, so Joseph Addison in „The Tatler“, habe Case mehr Geld verdient als John Dryden mit seinem dichterischen Gesamtwerk.

John Case: Compendium anatomicum nova methodo institutum, Amstelodami 1696, p 52
(zwischen dem Kapitel über die inneren und dem über die äußeren Venen)

„Daphne“? Mit der bin ich fertig

9. Mai 2020

Falls mir jemand die Standardfrage Nummer eins, nämlich die Frage, wie lange ich daran gearbeitet habe, stellen sollte, würde beziehungsweise werde ich antworten: rund einen Monat lang. Natürlich nicht täglich acht Stunden. Berücksichtigt man dann aber noch den Aufwand, der zeitversetzt getrieben werden muss, damit wenigstens die Chance besteht, dass so etwas verkauft wird, kommt man den acht Stunden pro Tag doch recht nahe.

Die Standardfrage Nummer zwei lautet übrigens: Was soll denn das werden? Sie wird einem unweigerlich in viel zu kurzen Abständen gestellt, sobald man den Fehler begeht, coram publico, also etwa bei sogenannten Bildhauersymposien oder ähnlichen Veranstaltungen, den Knüpfel zu schwingen.