Schnitzen und Schreiben am Bodensee – der Plan eines Plans

Rund um den Bodensee (wobei zu beachten wäre, dass es den einen Bodensee gar nicht gibt) wurde jahrhundertelang virtuos geschnitzt und wird bis heute auf hohem Niveau gedichtet und gedacht. Warum nicht beides in einem Projekt (es könnte zum Beispiel ein Buch daraus werden) synoptisch zusammenführen: Schnitzen und Schreiben am Bodensee.

Warum gerade diese Kombination? Gewissermaßen offiziell begründen lässt sich beinahe alles. Die inoffizielle Begründung lautet: weil hier drei Aspekte, die mich interessieren, zusammenkommen würden – der See, seine Schnitzer und seine Dichter und Denker.

Am (ja sogar stellenweise im) Bodensee spielt Martin Walsers Ein fliehendes Pferd. Darin der Satz: „Ich habe mich von der Selbstgenügsamkeit der Negativität hinreißen lassen.“ Peter Sloterdijk hat ihn sich am 1.8.2011 in Wien notiert (Neue Zeilen und Tage). So liegt oder lag also auch Wien in gewisser Weise einmal am Bodensee. Losgerissen von der Genügsamkeit der Negativität hat Sloterdijk sich selbst bekanntlich mit seiner zweibändigen Kritik der zynischen Vernunft. Sie erschien 1983, fünf Jahre nach Walsers Fliehendem Pferd.

Und noch ein Satz, den ich heute in Neue Zeilen und Tage fand und zwar nicht notiert, aber unterstrichen habe, könnte bei meinem Plan, das oben erwähnte Projekt zu planen, hilfreich sein: „Was bedeutet motivieren? Menschen dazu bewegen, ihre Leistungszurückhaltung aufzugeben.“ (Sloterdijk 2018, am 30.7.2011)