Neue alte Einführungsrede – eine Sekundärquelle für zukünftige Sprachforscher

In meiner Textsammlung Dossier Über Kunst nicht enthalten ist eine meiner ersten Ausstellungseröffnungsreden, gehalten am 4. Oktober 1999 im Landratsamt in Sigmaringen. Zu eröffnen war damals eine Wander-Ausstellung des Bezirksverbands Bildender Künstlerinnen und Künstler Karlsruhe e. V. , die unter dem Titel „Revolution XS“ Arbeiten zur Badischen Revolution präsentierte. 1999 hatte ich zwar im Karlsruher Verein kein Amt inne, war aber als Rhetor bereits auffällig geworden. Weil ich meine kurze Ansprache nach wie vor nicht unwitzig finde, stelle ich sie hier und heute als PDF-Datei zum Lesen und Herunterladen ins Netz. Wiedergefunden habe ich sie beim Verfassen dieses Sculpo-Beitrags.

P. S.: Für künftige Sprachhistoriker mit dem Spezialgebiet „Sprache der bildenden Kunst“ dürfte der in meinem Redchen zitierte Ausschreibungstext des BBK als Quelle von Interesse sein. Er stammt vom Ende des Jahres 1997 und enthält die Formulierung „unterschiedliche künstlerische Stellungnahmen“. Der Ausschreibungstext muss demnach mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit verfasst worden sein, noch bevor das über die Maßen unerträgliche Jargon-Gerede von den künstlerischen Positionen in aller Über-Kunst-Schwätzer-Munde gewesen ist. Denn man schreibt nicht „Stellungnahmen“, wenn man weiß, dass man sich durch den Gebrauch von „Positionen“ ausweisen könnte als jemand, der oder die vom Fach ist.

Ein Bilder-Schnitzer

Paul Gauguin schaufelte 1887 als 39-Jähriger beim Bau des Panamakanals mit. Er war wieder einmal fern der Heimat und pleite. Aber wahrscheinlich war seine Heimat eher in der Ferne als zuhause in Frankreich, wo seine Frau Mette und die fünf Kinder lebten. Kaum (wiedermal) in Frankreich zurück, traf er auf Van Gogh und wohnte für zwei Monate mit ihm zusammen, bis der sich das seither berühmte Ohr abschnitt. Und Gauguin (geboren in Paris 1848, 1903 gestorben auf Hiva Oa, Polynesien) hat auch geschnitzt – vor allem Reliefs (teilweise beinahe so flach wie Bilder), soweit ich das sehen kann. Diese plastischen, nicht selten bunten Bilder irritieren mich. So geht das also auch, man muss kein Oberammergauer sein, um als Bildschnitzer zu gelten. Im Gegenteil. Hier noch etwas mehr Gauguin und auch zwei Bilder von geschnitzten Bildern.