20. Juli 2017

David Hockney sagt: „Movement is crucial in films.“ Und: „If the camera doesn’t move, there has to be some other motion in the picture.“ Und schließlich: „The eye ist always looking for motion.“ (A History of Pictures, 2016) Unter dem Eindruck dieser beinahe trivial anmutenden Bemerkungen (das Triviale und das Wahre oder wenigstens Einsichten-Ermöglichende grenzen eng an einander und ähneln sich nicht selten bis zur Ununterscheidbarkeit) entschließe ich mich, meine bisher „Videobilder“ geheißenen ganz kurzen Kurz-Filmchen fortan minimal motion pictures zu nennen. Das Ausweichen ins Englische bedeutet in diesem Fall kein opportunistisches Mich-Anpassen an die Unarten eines sich internationalistisch gebärdenden deutschen Kunstmarkts, für den ich mich schon deshalb nicht verbiegen muss, weil meine Produkte derzeit auf ihm nicht präsent sind. Sondern ich ziehe das englische „picture“ dem deutschen „Bild“ deshalb vor, weil „picture“ sowohl unbewegte als auch bewegte Bilder meint. Dazu noch einmal David Hockney: „When I was young the cinema wasn’t called the cinema – or the movies, that’s an American term. It was always the pictures: Can we go to the pictures, Mum?“ Für meine minimal motion pictures würde ich nämlich das Qualitätsmerkmal der bewegten Bewegungslosigkeit oder bewegungslosen Bewegtheit beanspruchen: Sie sind weder wirklich bewegte (im Sinne von Film), noch wirklich unbewegte Bilder (im Sinne von Bild), sondern haben etwas von beidem.