18. Juli 2017

Es gibt womöglich, vermutlich, offenbar, anscheinend, … so etwas wie eine innere (heute vielleicht: „neuronal repräsentierte“) Ästhetik – vergleichbar der sprachlichen Grammatik, deren Regeln man als native speaker, wie wir Linguisten sagen, beherrscht, also anwendet, ohne sie explizit als Regeln zu kennen und formulieren zu können. Dieser Verdacht kommt mir, nachdem ich gestern und heute meine Ausstellungseröffnungs- beziehungsweise Einführungsreden der letzten 14 Jahre noch einmal gelesen habe, um eine Auswahl für ein „Dossier Über Kunst“ zu treffen. Ein Set von Grundgedanken zieht sich, im einzelnen mehr oder weniger gut wiedererkennbar, durch die Zeilen und Jahre. Und retrospektiv erkenne ich, wes Geistes Kind ich in ästheticis seit einer ganzen Weile schon bin. Öfter mal mich selber lesen, denn wie soll ich wissen, was ich meine, bevor ich lese, was ich geschrieben habe.