16. Juni 2017

Die „Bedburger Mühle“ im rheinländischen Bedburg: Blick aus dem Fenster unseres Hotelzimmers. Es war idyllischer als es aussieht durch das, was hier nicht im Fokus ist: ein Wehr an der Erft (daher „Mühle“) samt Ufer-Gehölz im Hintergrund.

Auch über das, was als malerischer An- oder Ausblick (als picturesque view) gelten kann, lässt sich (nicht) streiten. Ich fand diese Dachlandschaft jedenfalls zeichnerisch so interessant, dass ich aus künstlerischen Gründen gerne noch ein, zwei Tage länger geblieben wäre. Dabei war schon diese eine Übernachtung gar nicht vorgesehen gewesen. Als Falschtanker könnte man jemanden bezeichnen, der falsch getankt hat – etwa indem er statt Diesel Super eingefüllt hat. Ein Falschtanker ist im ADAC-Jargon aber auch ein Auto (in diesem Fall unser Golf), das (der) einem Falschtanker (in diesem Fall mir) zum Opfer gefallen ist. Dieser malerisch-zeichnerische Blick auf ein reizvolles Dach-Ensemble war die … Euro, die er uns gekostet hat, durchaus wert. Um nicht zu reden von unserem Mahl auf der herrlich leeren, abendlich abendländischen Hotelterrasse (gleichfalls gleich beim Wehr) und den sprichwörtlich frohnaturellen Rheinländern, die sich um uns verdient machten: der vierschrötige, sehr hilfsbereite Typ mit dem Abschleppwagen, die beiden Damen im Hotel (eine junge Hellblonde, die ebenso hübsch wie schwanger war, sowie eine eher bodenständige Dunkelblondine) und last not least der Büroangestellte in der Werkstatt, der mir beim Abholen des Wagens versicherte, 95 Prozent aller Falschtanker (der ersten Art) seien Männer und nicht etwa Blondinen, wie Mann vielleicht meinen könnte. (Dies aber wohl nur deshalb, weil es in aller Regel die Männer sind, die tanken, auch wenn eine Frau am Steuer sitzt.)