11. November 2017

Beim Bonner Klima-Gipfel sind jetzt einige Amerikaner aufgetreten, die die Welt wissen lassen möchten, dass nicht alle Amerikaner in Sachen Klimaschutz derselben Ansicht sind wie Donald Trump. Der Deutschlandfunk gab diese Neuigkeit heute in seiner Haupt-Nachrichtensendung um zwölf Uhr natürlich gerne an seine Hörer weiter. Es soll übrigens auch Deutsche geben, die mit Merkels Migrations- und Energiepolitik nicht einverstanden sind. Experten für sozial abnormes Verhalten schätzen ihre Zahl auf mehrere Millionen im zweistelligen Bereich. Von denen ist im Deutschlandfunk eher selten die Rede. Und zu Wort kommen lässt man sie selbstredend allenfalls dann, wenn keiner zuhört, also jedenfalls nicht um zwölf Uhr mittags. Für die Probleme von Randgruppen hat man ja schon vor langer Zeit eigene Sendeplätze eingerichtet. Wer sich für so was interessiert, kann ja mal einen Blick auf die Programmübersicht werfen. Peter Sloterdijk diagnostizierte unlängst eine „Russifizierung“ der Medien. Das war allerdings bevor er beschloss, sich fortan primär dem Thema „Sex im Alter“ zu widmen.

Lothar Rumold: „Ränder und Grenzen 5/2“, 2017, Tablet-Zeichnung

Das Flächig-Ornamentale (um nicht zu sagen: das Orientalische), das sich bei solch einem Motiv anbietet, verträgt sich für mich schlecht mit dem Charakter des Einzel-Bild-Werks. Da möchte ich (bei allen Einschränkungen, die zu machen sind) eine in sich geschlossene, gleichwohl nicht homogene Einheit sehen und nicht den Ausschnitt aus einem größeren (tendenziell unendlichen) Ganzen, das als solches den Bildrahmen sprengt und daher draußen bleiben muss.