11. Juli 2017

„Links und Gewaltanwendung schließt sich gegenseitig aus.“ Erklärte vorgestern in der ZDF-Sendung Berlin direkt Martin Schulz – offenbar der ahnungsloseste oder unverfrorenste (oder beides) Kanzlerkandidat, den die SPD je hatte.
xxxxxWas waren dann die Französische Revolution, die Pariser Commune, die Oktoberrevolution, die Münchner Räterepublik, Maos Kulturrevolution und so weiter und so weiter? Rechtsradikale Entgleisungen? Und was ist die Internationale? Die Auf-zum-Endsieg-Hymne des global agierenden Faschismus? Oder ist mit dem „letzten Gefecht“ und dem finalen Beiseiteschieben der „Müßiggänger“ nichts weiter als eine friedliche Demonstration veganer Klimaschützer für mehr soziale Gerechtigkeit und die Einführung einer Erbschaftssteuer von hundert Prozent gemeint?

Einer der vielen einprägsamen Sätze, die der Genosse Marx von sich gegeben hat (meine linke Vergangenheit holt mich halt immer wieder ein) lautet: „Die Waffe der Kritik kann die Kritik der Waffen nicht ersetzen.“ Hoppla, deutlicher geht’s wirklich nicht. Denn mit „Kritik der Waffen“ ist natürlich nicht die Kritik an den Waffen, sondern die „Kritik“ mittels der Waffen gemeint. Brillant formuliert übrigens.
xxxxxTypen wie Schulz und Stegner ficht das alles natürlich nicht an. Was interessiert sie die Linke von gestern (also vor 24 Stunden), wenn es um vermeintliches Punkten im Wahlkampf geht. Gerade noch haben sie Seit‘ an Seit‘ auf dem Parteitag gesungen: „Wann wir schreiten Seit‘ an Seit‘ und die alten Lieder singen“, da wollen sie schon von eben diesen romantischen Revolutions- und Auf-zum-Kampf-Liedchen, die auch sie in jungen Jahren an den Lagerfeuern der Möchtegern-Rot-Front-Kämpfer geklampft haben, nichts mehr wissen und immer nur „We shall overcome“ und „Give peace a chance“ gesäuselt haben. Elende Heuchler und Kreidefresser.