1. Juli 2017

Bambus-Studie, Tablet-Zeichnung, 1.7.2017 – © Lothar Rumold

Aller, nun ja … guter Dinge sind drei. Noch einmal eine Bambus-Studie auf dem Tablet. Das könnte nun, wie man so sagt, endlos so weitergehen. Roman Opalka hat Tag für Tag immer größer und damit sukzessive länger werdende Zahlen hintereinander geschrieben. Das Sein als zukunftsoffenes Werden des Neuen, auch wenn das Neue nur das Alte plus eins ist. Mehr dazu in Peter Sloterdijks Nach Gott, das gerade bei Suhrkamp erschienen ist. Bevor die christliche (insbesondere die evangelische) Theologie auf Zukunftsoffenheit umgestellt hat, wusste man: Alles ist schon gelaufen, wir haben es nur noch nicht erlebt. Kreativität wäre also nach der alten Lehre immer schon gewesen und die Behauptung, jemand sei kreativ, die pure Angeberei, um nur das Mindeste zu sagen. Keine (menschliche) Kreativität vor der Moderne, keine Moderne ohne die Annahme der Möglichkeit menschlicher Schöpfungskraft. Der Islam, so Sloterdijk, nehme „an der schöpferischen Moderne […] bisher nur vom Standpunkt des Anwenders teil.“ „Sie produzieren nicht, was sie [an moderner Technik] benutzen, sie generieren nicht, was sie in die Hand nehmen.“ Im islamistischen Attentat werde die Existenz eines vormodernen Gottes bewiesen, der die Welt nicht mehr versteht. (1. Kapitel: „Götterdämmerung“)